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Geschichte der Völkerwanderung

Felix Dahn: Geschichte der Völkerwanderung - Kapitel 27
Quellenangabe
typetractate
booktitleGeschichte der Völkerwanderung
authorFelix Dahn
firstpub1880
year1997
publisherPhaidon Verlag
addressEssen
isbn3-88851-198-4
titleGeschichte der Völkerwanderung
created20051128
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B. Von der Ernennung zweier Cäsaren im Jahre 293
bis zu Diokletians Thronentsagung 305.

Wir kennen mit Sicherheit den Tag (1. März), aber nicht das Jahr des Ereignisses, mit welchem wir obige Epoche beginnen. Die Chroniken sind durchaus widersprechend, Hieron. hat 289, Idatius 291, Chr. Paschale 293, die andern Quellen geben keine Data, sondern nur ein (mehr oder minder unsicheres) Anhalten für Berechnungen. Tillemont nimmt in seiner Note S. 513–515 das Jahr 292 an. Wir würden uns jedoch schon, weil Constantius und Galerius zuerst im Jahre 294 zu Konsuln ernannt wurden und mehr noch aus allgemeinen historischen Gründen unbedingt für das Jahr 293 entscheiden, wenn dies nicht durch Mommsens Forschung (s. dessen Abhandl. über Diokletians Taxedict m. den Ber. über d. Verhandl. d. K. S. Ges. d. Wissensch. zu Leipzig. Band 1851, S. 51 auf Grund des Eingangs jenes Edikts) beinahe zur Gewißheit erhoben worden wäre.

Gewiß war es (wie Eutrop. IX, 22 u. Aur. Vict. c. 39, 24 ausdrücklich sagen) die Lage des Reichs, welche Diokletian bestimmte, durch Annahme mehrerer Regierungsgehilfen Schutz und Fürsorge zu steigern. Ob aber die von diesen speziell angeführten Ereignisse damals insgesamt schon wirklich eingetreten waren, ist nicht zu ermitteln.

Wir sind überzeugt, daß der Aufstand in Afrika, der Maximians persönliche Gegenwart erforderte, bereits ausgebrochen oder doch mit Sicherheit vorauszusehen war, Gallien aber, besonders wegen des gefährlichen Carausius Nähe, eines tüchtigen Hauptes nicht entbehren konnte. Im Osten dagegen mochte der scharfblickende Diokletian einen Krieg mit Persien früher oder später für unvermeidlich erkennen und darum seinem Haupt ein tüchtiges Schwert beizugesellen für nötig halten.

So wurden denn am 1. März Constantius, dem der Vulgärname Chlorus (der Bleiche) beigelegt ward, und Galerius, dessen zweiter Name Maximus in Maximianus umgewandelt ward, zu Nikomedien feierlich zu Cäsaren ernannt und mit dem Purpur bekleidet.

Männer gleichen Vaterlandes, Illyricum: aber sehr verschiedenen Schlages. Constantius von guter, mütterlicherseits sogar hoher Geburt, weil dessen Mutter Crispa die Nichte des Kaisers Claudius war: Galerius ein Bauernsohn, mit dem Beinamen der Hirte (armentarius); jener bei mäßiger Bildung hohen und edlen Sinnes, als Mensch und Feldherr gleich ausgezeichnet: dieser ein tapferer, aber roher Krieger, wenn auch nicht so schlecht als Lactantius ihn darstellt.

Um durch Familienbande mit den Kaisern verknüpft zu werden., mußten beide ihre Frauen verstoßen, Constantius, um mit Maximians Stieftochter Theodora, Galerius, um mit Diokletians Tochter Valeria sich zu vermählen.

Zugleich wurden, wie man annehmen muß, beide von den Schwiegervätern adoptiert, wobei sie auch die Beinamen Herculius und beziehentlich Jovius empfingen (Eumen. Paneg. III. d. restaur. Schol. c. 8; Lactant. d. m. pers. 52 und Münzen bei Eckhel, p. 30 und 36).

Eine faktische Teilung des Verwaltungsbereichs mag schon vorher unter den beiden Kaisern stattgefunden haben: jetzt erst scheint eine solche für die vier Regenten auch amtlich und zwar dahin verkündet worden zu sein, daß Constantius das Land jenseits der Alpen und des Rheins, Maximian Italien und Afrika, Galerius die Donauländer bis zum Pontus und Diokletian das Übrige erhielt (Aur. Vict. d. Caes. 39, 30). Hiernach würde außer dem Orient, wozu Ägypten gerechnet ward, auch Makedonien und Griechenland letzterem verblieben sein (was von Tillemont S. 37 jedoch, wiewohl auf zweifelhaftem Grunde, Galerius mit zugewiesen wird).

Eine wirkliche Reichsteilung erfolgte aber keineswegs: gesetzliche und gewiß auch andere gemeingültige Bestimmungen ergingen, und zwar ohne Erwähnung der Cäsaren, im Namen beider Kaiser fortwährend für das Ganze, dessen Haupt und Seele übrigens Diokletian unverändert blieb. Auch die Konsulate galten für das Gesamtreich.

Wir gehen nun auf die einzelnen Verwaltungsbezirke über, und zwar

1) den des Constantius.

Ungewiß ist das damalige Verhältnis der Zentralgewalt zu Carausius in Britannien. Setzen wir aber auch des Constantius Antritt erst auf den 1. März 293, so kann doch des Carausius Tötung nach Eutrop (IX, 22) und selbst nach Aurelius Victor (c. 39, 40) kaum dem vorausgegangen sein. War daher des Constantius erstes im Fluge unternommenes Werk in Gallien der Angriff von Gesoriacum (Boulogne), so muß um jene Zeit dringender Anlaß zum Kriege gegen Carausius vorgelegen haben. Derselbe mag diesen ihm so wichtigen Hafenplatz mit ebensoviel Kunst als Aufwand auf der Landseite fast uneinnehmbar gemacht haben, weil der Cäsar, ohne dessen Belagerung von hier aus auch nur zu versuchen, sofort zu der Absperrung des Hafens schritt. Eumenes, der zweimal (in Paneg. IV, Constant. c. 5 und in VI. Constantin. c. 5) darüber berichtet, ist zu rednerisch, um ganz klar zu sein. Wahrscheinlich hatte der Hafen von der See her nur einen schmalen, auch bei der Ebbe passierbaren Zugang, an dessen beiden Enden sich eine Untiefe fand, in welcher während der Ebbe ein Damm unbehindert aufzuführen war, nach dessen Vollendung auch die tiefere mittlere Stelle durch Versenkung von Felsstücken, Schiffen etc. der Schiffahrt versperrt werden konnte.

Kaum denkbar erscheint mindestens, daß Angesichts der feindlichen Kriegsflotte, deren an der Stelle ausdrücklich gedacht wird, ein derartiger Damm in einer für dieselbe zugänglichen Tiefe ungestört ausgeführt werden konnte.

Nach Vollendung des Werks scheint die Besatzung, für die nun weder Entsatz noch Proviantzufuhr möglich schien, bald kapituliert zu haben. Vermutlich trat sie, mit Milde behandelt, in des Siegers Heer ein. Kaum aber war der Erfolg erreicht, als eine Sturmflut das Werk wieder zerstörte.

In demselben Jahre, und zwar nach sechs (Aur. Vict. c. 39, 40 und 41) bis sieben Jahren (Eutrop. IX, 22) seiner Herrschaft, ward der Kaiser Britanniens, den der Lobredner nur den Erzpiraten nennt, durch Allectus, seinen Praefectus Praetorio, aus Furcht vor der eignen durch Schandtaten verwirkten Lebensstrafe ermordet. Da wir selbst den faktischen Beginn seiner Herrschaft in keinem Falle vor den letzten Monaten des Jahres 286 annehmen können, so würden beide Angaben, wenn man das siebente Jahr Eutrops noch nicht für vollendet ansieht, auf das Jahr 293 zusammenfallen. Der Erbe seiner Macht, aber nicht seiner Kraft, nahm, wie dessen, wiewohl seltenere, Münzen außer Zweifel setzen, ebenfalls die Kaiserwürde an, die er drei Jahre lang (Eutr. a. a. O.) behauptete. Die Klugheit erforderte zunächst dessen Beobachtung sowie die allersorgfältigste Vorbereitung eines Seeangriffs auf Britannien, weshalb es nichts als rednerische Phrase ist, wenn Eumenes (Pan. IV, c. 7, 3) sagt: der Cäsar habe ihm nur so viel Zeit gegönnt, als zum Schiffsbaue erforderlich gewesen sei.

Zunächst wandte sich nun Constantius gegen die Franken, was schon um den Tyrannen Britanniens dieser Bundesgenossen zu berauben notwendig gewesen sein mag.

(Unzweifelhaft lag Eroberung mit im Ziel jener neuen Gruppen und die Erwerbung dauernder ausreichender Sitze. D.)

Die Alemannen gewannen solche bald im römischen Zehntlande, aus dem sie nur zweimal durch Maximin 235–237 und durch Probus vorübergehend wieder vertrieben, von Diokletian und Maximian aber nach obigem zum größten Teile mindestens in dessen Besitze gelassen worden waren: (bald finden wir sie bei Augst, ja im Elsaß dauernd als Ackerbauer seßhaft. D.).

Für die Franken nun bot sich zunächst nur in dem römischen Klientelgebiete Bataviens jenseits der Waal eine ähnliche Gelegenheit dar, dessen sie sich daher unstreitig bereits vor längerer Zeit, wahrscheinlich schon unter Gallienus, bemächtigt hattenEumenes sagt (in pan. VI) vom Jahre 309 oder 310, von des Constantius Taten redend (5, 3): qui terram Bataviam, sub ipso quondam alumno suoa diversis Francorum gentibus occupatam, omni hoste purgavit. Möge sich der Ausdruck alumnus auf Carausius beziehen, wie man gewöhnlich annimmt, oder nicht, so könnte die Besitznahme Bataviens durch die Franken, wenn sie unter Constantius erfolgte, immer nur eine neuere gewesen sein. Wenn aber die Franken nach Eutrop (IX, 21) schon vor dem Jahre 286 die belgisch-gallischen Küsten durch argen Seeraub heimsuchten, so müssen sie schon längere Zeit vorher am Meer, also in Batavien, gesessen haben. Unstreitig hat daher Carausius als römischer Befehlshaber nichts getan als die Ausbreitung und Befestigung der fränkischen Eroberung daselbst, um dies Volk für sich zu gewinnen, zu begünstigen, woraus der Rhetor, dem es nur um effektvolle Phrasen zu tun war, obige Stelle gemacht hat., sich von da aus auch über das Gebiet der Yssel (Ysala) ausbreitend, dessen Bewohner, die Friesen, ja früher mindestens ebenfalls unter römischer Schutzherrschaft standen. Von hier aus trieben sie denn auch den oben erwähnten Seeraub, der ihnen trefflich geglückt sein mag, bis sie von dem damals römischen Admiral Carausius hart gezüchtigt wurden. (Domitis oppressa Francis bella piratica. Mam. Paneg. II. genethl. c. 7, 2.)

Über den Krieg gedenkt der Rhetor (Pan. IV, c. 8) zuvörderst nur der unglaublichen Terrainschwierigkeiten (man erinnere sich dabei des Aufstandes des Civilis, s. oben) und des Endergebnisses in schwülstigen Phrasen. »Auf allen Plätzen gallischer Städte, sagt er c. 9, saßen Scharen gefangener Barbaren: Mütter und Weiber sahen die Schmach ihrer Söhne und Männer in Fesseln, nur die Kinder schwatzten in heimischer Mundart. Diese alle aber wurden unter die Provinzialen verteilt, um die Stätten, welche sie vielleicht einst selbst verwüstet hatten, wieder anzubauen. Mir, fährt er fort, pflügt nun der Chamave und Friese, mir arbeitet im Schmutze seines Berufs jener schweifende Räuber, bringt Vieh und Getreide auf meine Märkte zum Verkauf. Zur Rekrutierung eilt er herbei, zu pünktlichem Gehorsam: wenn nötig durch ermüdende Schläge abgerichtet wünscht er sich Glück, Soldat zu werden.«

Aus dem Schluß derselben Rede (c. 21) ersehen wir, daß die Kolonisation teils in dem heutigen Nordfrankreich in den Gebieten der Somme und Oise (Ambiani et Bellovaci), teils in der Gegend von Troyes, Langres und Dijon (Tricasses et Lingones), wahrscheinlich aber auch in der des benachbarten Autun (Eum. VII. grat. actio c. 4, 3) erfolgte.

Von dem nämlichen Vorgange heißt es (in Incerti Paneg. V. Max. et Constantin. c. 4, 2), daß Constantius »viele Tausend Franken, welche Batavien und andre Länder diesseits des Rheins eingenommen gehabt, getötet, vertrieben, gefangen und abgeführt habe.«

Gewiß war dies eine gründliche Niederlage dieser Erzfeinde Roms. Daß aber deren Gebiet bleibend wieder besetzt und durch Festungen gesichert worden sei, ist weder irgendwo gesagt noch auch nach den Ereignissen der Folgezeit anzunehmen. Die Franken haben sich viel mehr, wenn auch geschwächt und gedemütigt, in jener Gegend, von der sie später den Namen der Salier (d. i. an der Ysala = Sala? seßhaften) empfingen und wo wir sie neunzig Jahre später noch antreffen, auch fernerhin behauptet.

Bald nach diesem Ereignis, das wir nicht später als 294 setzen können, scheint Constantius den Wiederaufbau des im Jahre 268/269 nach siebenmonatlicher Belagerung völlig zerstörten Autonodunums, der Hauptstadt der Äduer (Autun), begonnen zu haben. (S. Eum. Pan. VII. grat. act. 4, 2.)Aus zwei Stellen der Panegyriker ergibt sich, daß die Zerstörung Autuns im Jahre 268 oder 269 nicht etwa durch Germanen, sondern durch gallische Rebellen erfolgt ist. In der Einweihungsrede (III, 5, 1) heißt es von dieser Stadt: cum latrocinio Batavicae rebellionis oppressa, wofür die neuern Herausgeber: Bagaudicae setzen zu müssen geglaubt haben. In der Danksagungsrede (VII, 4, 2) sagt derselbe Eumenes von den Aeduern, daß sie erst nach sieben Monaten irrumpendas rebellitus Gallicanis portas reliquerunt. Wir erklären uns die Sache so: Im Jahre 268 herrschte Tetricus und zwar erst seit kurzem in Gallien. Diesem muß sich Autun aus irgendeinem speziellen lokalen Grunde nicht haben unterwerfen wollen, und gegen diesen rief es Claudius zu Hilfe, der wegen der Gotengefahr nicht kommen konnte, damals aber schwankte, ob er nicht, statt gegen diese, gegen Tetricus ziehen solle. Wie wären die Aeduer dazu gekommen, statt des nahen, zu ihrem Schutze gegen innere und äußere Feinde verpflichteten, gallischen Kaisers Tetricus, den fernen, im Westen nie anerkannten Claudius herbeizurufen, wenn nicht eben jener selbst ihr Gegner gewesen wäre? Die Stelle III, 4, 1 ist sicherlich verderbt, das batavicae unverständlich, die dafür vorgeschlagene Lesart bagaudicae zwar paläographisch ansprechend, aber historisch völlig unhaltbar, was kaum der Ausführung bedarf.(Siehe Baehrens. D.)

Hätte das zusammengelaufene Landvolk, das erst im Jahre 285, unter Führung römischer Tyrannen, viele gallische Städte zwar nicht einzunehmen vermochte, aber doch zu bedrohen wagte (Aur. Vict. C. 39, 17), schon im Jahre 269 die Macht gehabt, eine der bedeutendsten Städte Galliens nach siebenmonatlicher Belagerung zu erobern und auch (was sicherlich nicht im Interesse von Rebellen, die eines Zufluchtsorts bedurften, gelegen hätte) zu zerstören, würden da nicht Aurelian oder mindestens Probus diesem Aufruhr ein Ende gemacht haben, welches dessen Wiederaufleben nach nur wenigen Jahren gründlich verhindert hätte?

Die unglückliche Stadt hatte den Kaiser Claudius damals um Hilfe gefleht, welche dieser, um gegen die Goten zu ziehen, verweigert hatte.

Da mag es Constantius als einen Akt der Pietät gegen seinen Großoheim betrachtet haben, sie wiederherzustellen.

Inzwischen war (im Jahre 296) der Angriff Britanniens reif geworden.

Dieser ward mit großem Geschick angelegt. Maximian stellte sich, aus Afrika herbeieilend, am Rheine auf, den Rücken gegen die Alemannen zu decken. Durch Ausrüstung verschiedener Flotten ward ihr Feind über den Angriffsplan unsicher gemacht.

Die Hauptflotte vor Boulogne scheint schon, zur Abfahrt bereit, auf der Reede vor Anker gelegen zu haben, als die auf der Seine (über Le Havre) herabgekommene, welche der Cäsar, Mut einflößend, selbst besuchte, an einem Regentage bei starkbewegter See und ungünstigem Seitenwinde auslief. Bei der Insel Wight war die britannische Flotte, von welcher des Carausius Geist gewichen sein mag, zur Beobachtung aufgestellt: ein starker Nebel aber entzog die römische, welche der tapfere Asclepiodotus führte, ihren Blicken.

Die Landung erfolgte glücklich und sogleich wurden (als Zeichen der Zuversicht auf den Sieg) die Schiffe verbrannt. Allectus scheint Constantius, der an der Spitze der Boulogner Flotte stand, unfern Dover, an der engsten Stelle des Kanals, erwartet zu haben, verließ aber sogleich seine feste Stellung, um gegen den etwa bei Brighton gelandeten Asclepiodotus zu ziehen. Noch vor der Schlacht muß auch Constantius selbst den britischen Boden erreicht haben. Allectus griff, vielleicht weil er sich durch ein zweites Korps den Rücken gegen Constantius decken wollte oder weil er nicht allen seinen Truppen traute, nicht mit dem gesamten Heere, sondern nur mit den alten Verschwörungsgenossen des Carausius, die vermutlich keinen Pardon hofften, und den germanischen Söldnern, meist gewiß Franken, stürmisch an, ward aber auf das Haupt geschlagen. Fast nur Barbaren oder Römer in deren Tracht deckten das Schlachtfeld: unter ihnen auch Allectus selbst, jedes Zeichens seiner Würde entkleidet. Der Rest seines Heeres flüchtete nach London, hielt sich aber noch mit dessen Plünderung auf, als eine Flottenabteilung, wohl von der des Cäsars, im Nebel von ihrem Kurse abgekommen, in die Themse einlief und jene großenteils niederhieb. Constantius ward als Befreier im Triumph empfangen.

So ward nach zehn Jahren, im Jahre 296, Britannien wieder gewonnen, wahrscheinlich im Frühjahre, wie der leichtere Transport auf der Seine und die nebelige stürmische Jahreszeit vermuten lassen. (Eumenes Paneg. IV. Constant. c. 13–19.)Mit der im Texte enthaltenen, fast wörtlich Eumenes Rede (IV, de recepta Britannia) entnommenen Geschichtserzählung scheint eine Stelle in dessen zwölf bis dreizehn Jahre späterem Panegyricus VI. auf Constantin den Großen (c. 5, 4) in Widerspruch zu stehen, nach welcher Constantius bei so ruhigem Meere nach Britannien geschifft sei, daß die See, durch einen so hohen Schiffahrer erschreckt (tanto vectore stupefactus), selbst der gewohnten Bewegung entbehrt habe.

Dies charakterisiert sich aber zu sehr als Phrase, um dessen früherem, vor dem Eroberer Britanniens selbst gesprochenen, detaillierten Berichte entgegengestellt werden zu können und hat vielleicht darin einigen Grund gehabt, daß die See später, namentlich bei des Constantius persönlicher Landung, sich wieder beruhigt hatte.

Im nächsten Frühjahr nun ward bei des Siegers Rückkehr nach Gallien die Lobrede, welcher wir obige Nachrichten verdanken, in Trier gehalten.

Die weitere Regierungsgeschichte des Cäsars ruht in größerem Dunkel.

Wir wissen daraus nur, daß die Alemannen, wahrscheinlich seine Abwesenheit in Britannien benutzend, mit großer Macht tief in Gallien eindrangen. Im Gebiete der Lingonen, bei dem jetzigen Langres, traf sie der herbeigeeilte Feldherr. Er mag, dem Heere vorausgehend, mit einer kleinen Abteilung den heranziehenden Feind rekognosziert haben, als er von diesem mit solchem Ungestüm angegriffen ward, daß er sich kaum noch in die Stadt, die ebenfalls Lingones hieß, retten konnte.

Die Besatzung, von Schreck erfüllt, schloß die Tore so eilig, daß der (die am meisten gefährdete Nachhut persönlich führende) Cäsar, abgesperrt, nur noch an einem Seile über die Mauer gezogen werden konnte. Fünf Stunden darauf langte die Hauptarmee an, welche er dem Feinde sogleich entgegenführte: er gewann den glänzendsten Sieg, wobei er selbst verwundet ward, 60 000 Alemannen aber gefallen sein sollen. (Eutrop. IX, 23 und Eum. Paneg. VI. Constant. c. 6, 3.) Dies geschah nach der Chronik des Hieronym. im dreizehnten Regierungsjahre Diokletians, also, je nach Berechnung von dessen Anfang im Jahre 297 oder 298.Wir wissen nicht, ob Hieronymus die Zeitangabe der Schlacht von Langres aus Eusebius geschöpft, oder dies aus Eutrop entnommene Ereignis nur willkürlich in das dreizehnte Regierungsjahr Diokletians gesetzt habe. Auch aus Pan. VI, 6, 3 erhellt über die Zeit nichts Sicheres. Da jedoch Constantius im März 297 in Gallien, das er gewiß so bald nicht wieder verließ, anwesend war und der Angriff auf dasselbe sicherlich erst nach dessen abermaliger Entfernung, wohl nach Britannien, erfolgte, so ist das Jahr 298 unbedingt das wahrscheinlichere, ja selbst ein späteres nicht unmöglich. Eines großen, nur durch den damaligen Stand der Kritik erklärlichen, Irrtums macht sich Gibbon (c. 13, Anm. 36) dadurch schuldig, daß er, gestützt auf den griechischen Text des Eusebius, die Zahl der getöteten Alemannen statt zu 60 000 nur zu 6000 angibt.

Dieser vermeintliche griechische Text ist aber kein alter, sondern bekanntlich eine von Scaliger durch Übersetzung des Hieronymus, unter Benutzung Syncells, gefertigte neuere Arbeit, die mit Auffindung des Urtextes in armenischer Sprache allen Wert verloren hat.

Die einzig zuverlässige Quelle über jene Schlacht ist Eutrop, der sexaginta fere millia angibt, was freilich eine große Übertreibung, die den römischen Bulletins überhaupt eigen ist, nicht ausschließt.

Noch einmal müssen die Alemannen, in gerade östlicher Richtung nach dem Rheine fliehend, bei dem etwa fünfundzwanzig Meilen entfernten Vindonissa (Windisch bei dem Einfluß der Aar in den Rhein) Stand gehalten haben, weil Eumenes (a. a. O. und vorher c. 4, 2) einer zweiten Niederlage derselben allda gedenkt.

Unmittelbar darauf (VI, 6, 3) erwähnt der Lobredner der Gefangennehmung einer ungeheuern Menge (immanem multitudinem) Germanen aus verschiedenen Völkern, welche sich einer Insel auf dem zugefrorenen Rheine bemächtigt hatten, durch dessen plötzlichen Aufbruch aber abgeschnitten und, durch die Rheinflotte umzingelt, zu Gefangenen gemacht wurden. Dieser Zusammenhang rechtfertigt die Vermutung, daß jene Insel dem oberen Rheine angehörte und dies Ereignis in dem auf obige Kampagne folgenden Winter stattfand.

Unzweifelhaft war Constantius auch in Britannien für Ordnung und Sicherheit der Provinz höchst tätig, worüber uns jedoch bis auf dessen letzten Feldzug, der einer späteren Epoche angehört, alle Nachrichten fehlen.

2) Maximians Reichsteil.

Von diesem wissen wir so gut als nichts.

Maximian muß sich nach Ernennung der Cäsaren sogleich nach Afrika begeben haben, da dessen in der Lobrede auf Constantius (IV.) kaum zu übergehender Anwesenheit in Gallien von 293 bis vor 296 nirgends gedacht wird, dessen (in c. 13, 3) erwähnte eilige Ankunft zur Rheinhut im Jahre 296 aber offenbar mehr auf eine Reise aus Afrika als aus Italien hinweist.

3) Über den Reichsteil des Galerius haben wir nur einzelne , unzusammenhängende Nachrichten.

Nächst demjenigen, was bereits oben über die sarmatischen Feldzüge berichtet ward, sagt

a) Eutrop (IX, 25) von Diokletian und Galerius:

»Verschiedene Kriege wurden von ihnen nacheinander (deinceps), teils gemeinsam, teils einzeln geführt. Die Carpen und Bastarnen wurden unterworfen, die Sarmaten besiegt, ungeheure Mengen von Gefangenen dieser Völker in römisches Gebiet versetzt.«

b) Aurelius Victor (d. Caes. c. 39, 43), nachdem er die Eroberung Britanniens berichtet, fährt fort:

»Während des (interea) wurden die Markomannen besiegt (caesi Marcomanni) und das ganze Volk der Carpen auf unsern Boden übergeführt, was mit einem Teile derselben schon vorher durch Aurelian geschehen war.«

c) Eumenes sagt in seiner Lobrede auf Constantius vom Jahre 296:

aa) (3, 3.) »Dakien ward wieder hergestellt. Der Limes in Germanien und Rätien bis zur Donauquelle vorgerückt.«

bb) (10, 4.) Den Gegensatz zwischen der Zeit des Gallienus und der Gegenwart schildernd, von letzterer:

»Nun Alemannien so oft (toties) zerstampft, Sarmatien so oft zertreten, die Juthungen (in den Handschriften Vithungi), Quaden, Carpen so oft geschlagen.«

cc) In der Einweihungsrede der Schule zu Autun (c. 18, 4):

»Wie kann ich all die befestigten Reiter- und Fußvolklager aufführen, durch welche am ganzen Rhein, der Donau und dem Euphrat die Grenzwehr wieder hergestellt ward.«

d) Hieronymus bemerkt in seiner Chronik unter dem achten Regierungsjahre Diokletians (292/93): »Die Völker der Carpen und Bastarnen wurden auf römisches Gebiet übergeführt.«

e) Idatius in seinen Fasten (descriptio Consulum in Vet. lat. Script. Chronica ed. Roncalli. II, p. 84) bemerkt

aa) Vom Konsulat des Constantius und Maximian (Galer.) im Jahre 294:

»Unter diesen Konsuln wurden in Sarmatien Acinco (Ofen) und Bononia (oberhalb Semlin bei Neusatz) gegenüber befestigte Lager errichtet.« (His coss. castra facta in Sarmatia contra Acinco et Bononia.)

bb) Von dem des Fuscus und Anulinus (295):

»Unter diesen ergab sich das ganze Volk der Carpen in römisches Gebiet« (in Romania se tradidit).

cc) Von dem des Diokletian VII und Maximian VI, 299:

»Unter diesen wurden die Markomannen besiegt.«

f) Zonaras II (c. 33, p. 623 d. Bonn. Ausg.) führt an, daß Constantius von Galerius in einer Schlacht gegen die Sarmaten zur Bekämpfung des Anführers beauftragt worden sei.

g) Lactantius (d. morte persec. c. 38 a. Schl.) endlich berichtet, daß zur Zeit der zwanzigjährigen Regierungsfeier Diokletians ein Volk von den Goten vertrieben worden sei, aus welchem Galerius vorzugsweise seine Leibwächter und Trabanten genommen habe.

Aus diesem allen können wir mit hinreichender Sicherheit abnehmen:

Erstens, daß diese Ereignisse, mit Ausnahme der unter e) cc) und g) bemerkten, hauptsächlich in die Zeit von des Galerius Erhebung zum Cäsar 293 bis zu dessen Abgange nach Persien im Jahre 296 fallen dürften, was besonders durch Aurelius Victor und Idatius bestätigt wird, während sich in Eutrop das »deinceps« offenbar nicht auf den vorhererwähnten Persersieg im Jahre 297, sondern auf die Reihenfolge der gesamten nacheinander in Illyricum stattgehabten Kriege bezieht, daher auch die von Diokletian allein vor dem Jahre 293, sowie möglicherweise später (d. i. nach 296) geführten umfassen dürfte;

Zweitens, daß unter Sarmaten und Sarmatien die Jazygen und deren Gebiet gemeint sind, jenseits dessen Acinco und Bononia an der Donau lagen;

Drittens, daß unter c) aa) nicht vom alten jenseitigen, sondern nur von Neudakien die Rede sein kann, wohin

Viertens wahrscheinlich die Reste der Carpen und Bastarnen behufs ihrer Ansiedlung übergeführt wurden: und zwar wohl nicht als Kriegsgefangene im engern Sinne, sondern nur als deditii, d. i. auf Grund eines Unterwerfungsvertrags, der freilich durch Waffengewalt oder Drohung, also durch Operationen auf dem jenseitigen Donauufer, herbeigeführt worden sein mag. Dagegen müssen

Fünftens die den Sarmaten (d. i. Jazygen) westlichen Völker, also Quaden, Markomannen (b) und Juthungen, welche ersteren mutmaßlich beistanden, vollständig bekriegt und besiegt worden sein.

Was endlich

Sechstens die unzweifelhaft einer späteren Zeit angehörenden Notizen unter e) cc) und g) betrifft, so scheint sich erstere (victi Marcomanni) auf ein abermaliges isoliertes größeres Gefecht mit den Grenznachbarn Rätiens zu beziehen. Das von Lactantius erwähnte, durch die Goten vertriebene Volk (gens) muß nicht notwendig eine politische Gesamtheit bezeichnen, sondern kann füglich auch nur ein Teil einer solchen gewesen sein. Nach der dabei gerühmten, vorzüglichen militärischen Tüchtigkeit war es vielleicht ein germanisches, ein etwa in Folge Bürgerzwists ausgewiesener Teil des gotischen selbst.

Das Gesamtergebnis dieser niemals vollständig zu entwirrenden Nachrichten besteht sonach darin, daß in den östlichen Donauprovinzen die schon unter M. Aurelius begonnene und besonders durch Probus betriebene Kolonisation derselben durch Barbaren (s. oben) eifrig fortgesetzt, in den westlichen aber die Donaugrenze sorgfältig geschützt, durch neue Festungen verstärkt, zugleich jedwede Feindseligkeit der Grenzvölker nachdrücklich geahndet, durch dies alles aber Roms Defensivstellung gegen die Barbaren behauptet, dabei aber an irgendwelche bleibende Eroberung jenseits des Stromes nicht gedacht ward. Selbst die in Sarmatien jenseits der Donau angelegten Festungen nämlich [s. oben e) aa)] können nur den Defensivzweck gehabt haben, die Jazygen durch den stets gesicherten Übergang in ihr Gebiet von Räubereien und Einfällen in das Römische abzuschrecken.

Nur von dem alten Zehntlande scheint der südlich der Donau gelegene Teil, nach den oben unter c) aa) angeführten Worten des Eumenes: »porrectis usque ad Danubiae caput Germaniae Rhaetiae limitibus«, wieder besetzt worden zu sein: doch sind solche Phrasen des Rhetors, wenn auch sicherlich nicht ganz erfunden, viel zu unzuverlässig, einen irgendwie sichern Schluß zu verstatten. Wahrscheinlich bezieht sich die Nachricht auf einige zum Schutz Augsburgs, das gewiß behauptet ward, und der so wichtigen, oft erwähnten Militärstraße von der Donau nach Gallien, an der oberen Donau zwischen Ulm und Sigmaringen neuangelegte Lagerburgen, welche noch in der not. dign. (II, p. 101) aufgeführt werden. Sicherlich blieb aber der bei weitem größte Teil des gesamten Zehntlandes im unangefochtenen Besitze der Germanen, wie dies auch aus der erwähnten Aufstellung Maximians am Rhein hervorgeht. Obiges »porrectis«, »vorgerückt«, kann sich daher keineswegs auf die Linie des alten Limes, sondern nur auf eine relative – d. i. im Gegensatze zu der Zeit vor Diokletian – bewirkte Hinausschiebung desselben beziehen.

Wir kommen

4) zu dem von Diokletian unmittelbar verwalteten Reichsteile, dem Orient.

Im Jahre 296 erfolgte ein Angriff der Perser. Dagegen hatte Diokletian Galerius aus Illyricum berufen. Dieser traf die Perser in den Ebenen Mesopotamiens zwischen Carrhae und Callinikum, erlitt aber eine schwere Niederlage.

Ein neues Heer ward gesammelt, wozu Galerius nach Jordanis (c. 21) besonders Goten anwarb, mit welchen, da sie während Diokletians Regierung unter den Feinden Roms niemals genannt werden, damals ein Bundesverhältnis bestanden haben muß.

Jetzt erfocht Galerius einen glänzenden Sieg. In dem Friedenschluß mußte Persien fünf Landschaften in dem heutigen Kurdistan, südlich des Euphrat und teilweise nordwestlich des Tigris, abtreten.

Das neunzehnte Regierungsjahr Diokletians war angebrochen. Länger, zugleich ruhmreicher und glücklicher hatte seit Antoninus Pius kein Herrscher regiert. Welch unermeßlicher Abstand aber zwischen dessen Rom und dem gegenwärtigen! Wie furchtbar war Zahl und Macht der innern und äußern Feinde seitdem gewachsen!

Im sechsten Monate dieses Jahres (303, vom September 302–303 gerechnet) begann jene Verfolgung der so lange mit weiser Milde behandelten Christen, welche unten ausführlicher besprochen werden wird.

Im November des Jahres 303, also zu Beginn seines zwanzigsten Regierungsjahres, begab sich Diokletian nach Rom, das er als Kaiser wahrscheinlich nie zuvor, gewiß wenigstens nur auf Tage, betreten hatte, um daselbst in Gemeinschaft mit Maximian die Feier seiner zwanzigjährigen Regierung und zugleich den Triumph zu begehen, den beide durch so viele (eigne und ihrer Cäsaren) Siege verdient hatten.

Glanzvoll, aber mit bemessener Sparsamkeit (Fl. Vopisc. Carin. c. 20) war die Feierlichkeit: Gefangene, zahlreicher Völker wurden vor dem Triumphwagen aufgeführt.

Schon damals war wohl in Diokletians Seele der Entschluß feststehend oder mindestens gereift, den er am 1. Mai 305 zur Ausführung brachte – der in Rom bisher noch unerhörten freiwilligen Thronentsagung. War das Weisheit oder Furcht, Freiheit oder Zwang? Ersteres versichern mit Entschiedenheit, wenn auch nur kurz und fragmentarisch, die Profanhistoriker (Eutr. IX, 21 und 28. Aur. Vict. c. 39, 48. Epitom. Aur. Vict. c. 39, 5 und 6. Incerti Paneg. V. Maxim, et Const. c. 8–11), Letzteres Lactantius allein (d. m. pers. c. 18 und 19).

Diesem folgt Tillemont (S. 80–82), in einer Zeit schreibend, in welcher die Anschauung im Bereich der Theologie, der man auch die Kirchengeschichte beizählte, noch eine streng gebundene war.

Gibbon, seiner Richtung nach in das entgegengesetzte Extrem abschweifend, folgt einfach den Profanhistorikern und berührt nicht einmal den Streitpunkt.

Wir tragen kein Bedenken, die Meinung des Lactantius geradezu für ganz unbegründetBestätigung findet unsre Ansicht in Manso, Leben Const. d. Gr. Wien 1819, S. 11 und 227, und Burkhard, die Zeit Constant. d. Gr. Basel 1853, S. 46; auch in allgemeinen neueren Geschichtswerken haben wir Diokletians Thronentsagung überall nur als eine freiwillige bezeichnet gefunden, wie dies vor allem auch dessen spätere Weigerung, ihn wieder einzunehmen, beweist. zu erklären.

Es legten am 1. Mai 305 beide Kaiser, Diokletian in Nikomedien, Maximianus in Mailand, vor feierlicher Heeresversammlung die Regierung nieder, um mit der Würde der seniorum Augustorum der Muße des Privatlebens zu pflegen, Diokletian mit Überzeugungsfreudigkeit zu Salona in Dalmatien, Maximian unwillig in Lucanien.

Noch zeugen die Ruinen von Diokletians Palaste bei Spalatro von dessen großartiger, aber freilich auch verschwenderischer Bau- und Prachtliebe. Noch lange baute er hier mit Behagen seinen Kohl, hochgeehrt, aber auch schwere Kränkung und Kümmernis erlebend, die auf seinen (nach der Epitome des Aur. Vict. im achtundsechzigsten Jahre um 313 erfolgten) Tod nicht ohne Einfluß gewesen sein mögen. Darüber, ob dies ein natürlicher oder freiwilliger war, schwanken die Quellen, zum Teil höchst unsichern Ausdrucks; wir glauben indes mit Eusebius (Supplem. zu Buch VIII. de Martyr. Palaest. c. 1) das erstere annehmen zu müssen.

Auf Diokletian und Maximian folgten als Auguste Constantius in seinem Reichsteile und Galerius in allem übrigen. Als Cäsaren ernannte letzterer für Italien und Afrika den Severus und Maximius Daza, seinen Schwestersohn, für den Orient.

Zu den vier Herrschern gesellte sich im Jahre 306 eigenmächtig ein fünfter, indem Maxentius, Maximians Sohn und des Galerius Schwiegersohn, zu Rom die Herrschaft an sich riß. Im Jahre 306 starb Constantius und dessen Sohn erster Ehe, Constantin der Große, ward zu dessen Nachfolger ausgerufen.

Im Jahre 307 ward der gegen Maxentius ausgesandte Cäsar Severus von seinem Heere verlassen und bald darauf getötet.

An dessen statt berief Galerius den Licinius und zwar sogleich als Augustus.

Im Jahre 311 starb Galerius.

Im Jahre 312 besiegte Constantin den Maxentius, der in der Schlacht blieb.

Im Jahre 313 ward Maximin durch Licinius besiegt und starb bald darauf.

Schon im Jahre 314 brach der Krieg zwischen den nunmehrigen Alleinherrschern Constantin und Licinius aus, ward aber durch Friedensschluß und neue Teilung des Reichs beendigt.

Im Jahre 323 begann der zweite Krieg zwischen diesen, der mit Constantins Siege endigte, so daß dieser von 324 bis zu seinem Tode 337 das gesamte Reich allein regierte.

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