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Geschichte der Stadt Athen im Mittelalter

Ferdinand Gregorovius: Geschichte der Stadt Athen im Mittelalter - Kapitel 86
Quellenangabe
typetractate
authorFerdinand Gregorovius
year1980
publisherC. H. Beck Verlag
addressMünchen
isbn3-406-07951-2
titleGeschichte der Stadt Athen im Mittelalter
pages3-16
created20011106
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1889
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2.

Die Kriege, welche die von Eifersucht und Haß gegeneinander entbrannten vier Söhne Bajasids um den Sultansthron führten, dauerten mit wechselndem Erfolge zehn Jahre lang. Es war ein Glück für das sich wiederherstellende Türkenreich, daß es nicht zu einer Teilung desselben unter die streitenden Brüder kam, sondern das Grundprinzip des osmanischen Hauses, die dynastische Einheit, bestehen blieb. Suleiman wurde im Jahre 1410 durch seinen Bruder Musa in Adrianopel gestürzt und umgebracht; diesem nahm sodann Mehmed I., der dritte und glücklichste der feindlichen Brüder, im Jahre 1413 den Thron und das Leben. Er restaurierte das osmanische Reich, während die Folgen des Thronstreites Griechenland eine Ruhepause verstatteten.

Der Despot Theodor hatte nach Misithra zurückkehren können. Diese Stadt war von ihm den Rhodesiern verkauft worden, aber der Landesbischof und die Bürger hatten die sich einfindenden Ritter mannhaft zurückgewiesen. Das beleidigte Volk der Lakonier bewahrte noch etwas von dem Männerstolz der Vorfahren; es wollte nicht unter das Joch der Johanniter fallen. Nur unter demütigenden Bedingungen nahm es den griechischen Despoten wieder als Herrscher auf. Auch die Baronie Korinth hatte Theodor von den Rittern zurückgekauft.Am 14. Juni 1404 (Chron. Breve).

Im fränkischen Morea waren in dieser Zeit wichtige dynastische Veränderungen eingetreten. Bordo de Sankt Superan starb im Jahre 1402 und ließ das sogenannte Fürstentum Achaia seinen Kindern aus der Ehe mit Maria vom Hause der Zaccaria zurück. Dieses berühmte genuesische Geschlecht hatte in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch Genie, Heldenkraft und Handelsspekulationen, erst vom Kaiser Michael Palaiologos und dann von Philipp von Tarent begünstigt, Phokäa mit den unerschöpflichen Alaungruben, die Insel Chios mit ihren Mastixwäldern und andere Eilande erlangt und war dadurch zu Reichtum und fürstlicher Größe emporgestiegen.Den Martino Zaccaria hatten Philipp von Tarent und Katharina am 26. Mai 1325 sogar zum Titularkönig von Kleinasien ernannt und mit Chios, Tenedos, Samos, Ikaria, Lesbos usw. beliehen. Akt bei Camillo Minieri Riccio, Saggio di Cod. dipl. Suppl. 2, n. LX, p. 75. Im Jahre 1329 vom Kaiser Andronikos III. aus Chios vertrieben, waren die Zaccaria als Barone im Peloponnes aufgetreten, wo Martino durch seine Heirat mit Jacqueline de la Roche Veligosti, Damala und Chalandritza erworben hatte. Die Enkelin Martinos aber war jene Maria, die Tochter des Centurione I. von Damala und Chalandritza. Sie führte die Regentschaft für ihre und Superans unmündige Kinder, bis ihr Neffe, der gewalttätige Baron von Arkadia, Centurione II., der Sohn ihres Bruders Andronico Asan, sie und ihre Kinder aus dem Erbe verdrängte und sich selbst zum Fürsten Moreas aufwarf. Der König Ladislaus anerkannte im Jahre 1404 auch diese Usurpation. Der Zerfall des letzten Restes des Fürstentums Achaia war demnach so weit vorgeschritten, daß den Byzantinern von Misithra aus die Eroberung des ganzen noch fränkischen Morea möglich wurde. Sie hatten nach diesem Ziele ein und ein halbes Jahrhundert lang gestrebt, und sie erreichten dasselbe seltsamerweise erst, als ihre eigene letzte Stunde nahe war. Der Despot Theodor schickte sich an, Centurione mit Waffengewalt aus Achaia hinauszuwerfen, da starb er mitten in seinen Rüstungen im Jahre 1407 zu Misithra, ohne Erben zu hinterlassen; denn seine Ehe mit Bartolommea Acciajoli war unfruchtbar geblieben. Manuel II. ernannte hierauf seinen Sohn Theodor zum Nachfolger jenes Despoten.

Schon seit langer Zeit hatte kein griechischer Kaiser ein so friedliches Verhältnis zu seinem türkischen Erbfeinde gehabt. Von Manuel selbst war Mehmed I. in seinem Kriege mit Musa gefördert worden, und das vergalt ihm jetzt der Sultan. Wenn jener nach seiner Rückkehr aus dem Abendlande so günstige Umstände als ein Mann von Kraft und politischem Genie auszunutzen verstanden hätte, so würde er vielleicht in der Reihe der byzantinischen Herrscher als Wiederhersteller eines gesunkenen Reiches geglänzt haben. Allein Manuel war tatenlos geblieben und hatte sich mit den Zugeständnissen erst des Sultans Suleiman und dann Mehmeds I. begnügt, der ihm und dem Despoten von Misithra den Frieden bewilligte. Den Großherrn, einen von Natur wohlwollenden und gemäßigten Mann, zwang sein eigener Vorteil, diesen Frieden ernstlich zu halten und jeden Zusammenstoß mit den Mächten des Abendlandes zu vermeiden. Gleichwohl zeigte auch er, daß er auf die Fortsetzung der Eroberungen seines Vaters nicht verzichtet habe. Im Juni 1414 ließ er Bodonitsa besetzen. Diese alte, durch die Nähe der Thermopylenpässe noch immer wichtige, fränkische Markgrafschaft der Pallavicini war durch Guglielma, die Erbtochter des Hauses, in ihrer zweiten Ehe an den edlen Venezianer Niccolo Giorgio gekommen, und dessen Nachkommen entriß der Sultan Bodonitsa trotz der Proteste Venedigs.Schon mehrmals von den Türken angegriffen und zeitweise besetzt, fiel Bodonitsa am 20. Juni 1414 und wurde gänzlich zerstört (Hopf II, S. 75).

Durch den Frieden mit dem Sultan gesichert, konnte der griechische Kaiser die armseligen Trümmer des Reiches Konstantins besuchen, ein ganzes Jahr in Thessalonike, dem Besitztum seines Sohnes Andronikos, verweilen und dann im Jahre 1415 für ebenso lange nach Misithra gehen, wo er seinem andern Sohne, dem Despoten Theodor II., die widerstrebenden Toparchen des Peloponnes unterwerfen und diese ganze Halbinsel ihm untertänig machen wollte. Er betrieb zugleich mit Eifer den Aufbau des Hexamilion oder der Isthmosmauer, welchen schon Theodor I. mit dem Beistande der Venezianer begonnen hatte.Sathas, Mon. Hist. Hell. II, n. 241, p. 30. Denn die Griechen bildeten sich ein, daß, wie zur Zeit der Perser, ein solcher Wall den Peloponnes für ihre Feinde unnahbar machen werde. Manuel bot Tausende von Arbeitern zu dem großen Werke auf. Am 13. März 1415 war er nach Kenchreä gekommen, wo ihn Gesandte der venezianischen Rektoren von Modon und Koron begrüßten; am 8. April wurde der Anfang gemacht und in 26 Tagen von Meer zu Meer eine gewaltige Mauer mit tiefen Gräben aufgeführt, die zwei große Kastelle und 153 feste Türme erhielt. Der Kaiser datierte am 26. Juni vom Hexamilion einen Brief an den Dogen Tommaso Mocenigo, worin er ihm Kunde von der Vollendung der Schanzen gab, und die Venezianer beglückwünschten ihn.Misti LI, 48 , 23. Juli 1415; darin der Brief Examilii 26. Juni eingefügt ist. Die Zeitgenossen staunten dies Bollwerk an, als wäre es den berühmten Wällen Hadrians vergleichbar, doch sie sollten bald belehrt werden, daß es für Janitscharen nicht unersteigbar war.Phrantzes I, c. 33ff. Chalkokond. IV, p. 184. Als großartiges Werk und stärkste Schutzwehr preisen es die Zeitgenossen Gemistos Plethon (Ellissen, Anal. IV, 2. Abt., c. 5, p. 44) und Mazaris (Totengespräch; ibid., c. 23, p. 243). Phrantzes verfaßte auch ein Schreiben an Manuel über diese Isthmosmauer (ibid., p. 137).

Gerade in dieser Zeit, wo Nordhellas an die Türken verlorenging und die Wolke der Vernichtung über Byzanz schwebte, sammelte sich das letzte nationale Bewußtsein der Griechen nicht in Attika, sondern im Peloponnes. Manuel II. vermochte seine kaiserliche Oberhoheit dort auch im fränkischen Morea geltend zu machen, wo Centurione ihm huldigte. So war der Schwerpunkt des griechischen Reichs, nachdem dasselbe fast alle seine andern Glieder verloren hatte, in seine ältesten Ursprünge, in das Land des Pelops, verlegt worden, welches den Angriffen der Türken noch am wenigsten ausgesetzt war. Misithra oder Sparta erschien zu jener Zeit als die politische und geistige Hauptstadt des Hellenentums. Dort lagen die Gräber der Despoten Manuel und seines Bruders Matthaios, ihres Vaters, des Kaisers Kantakuzenos, und des Despoten Theodor I. Diesem seinem ruhmlosen Bruder hielt jetzt Manuel II. eine Lobrede, die wir noch besitzen. So überladen sie auch ist, so dient sie doch als geschichtliche Urkunde der Zeit, und sie macht dem Talent des merkwürdigen Kaisers Ehre, welcher durch seine Bildung, Beredsamkeit und fürstliche Sitte die Höfe von Paris und London bezaubert hatte.

Die Stadt Misithra, die Residenz des Despoten, drei Millien weit von Lakedaimon gelegen, verdunkelte damals sowohl Thessalonike als Athen. Sie verdient daher, daß ihr in der mittelalterlichen Geschichte ihrer alten Nebenbuhlerin ein paar Zeilen gewidmet werden. Das neue Sparta der Palaiologen war ein kleiner Ort, vom Weltverkehr abgeschieden und in steter Berührung mit den trotzigen Stämmen des Taygetos. Ihren Unabhängigkeitssinn hatten die Lakedaimonier eben erst durch die entschlossene Zurückweisung der rhodesischen Ritter dargetan. Den Byzantinern freilich galt die Bevölkerung Lakoniens als roh und barbarisch. Was einst Michael Akominatos von Athen gesagt hatte, das sagte auch Mazaris, der Verfasser eines satirischen Totengesprächs, von dem damaligen Sparta: daß hier zu leben der Gefahr aussetze, zum Barbaren zu werden.Mazaris, a.a.O., p. 230, und Anmerk. Ellissens, p. 349. Der Rhetor Demetrios Kydones aus Thessalonike, welcher am byzantinischen Hofe sein Glück fand, wunderte sich, daß der in jener Zeit gebildetste Grieche Plethon seinen Sitz in Sparta nehmen konnte, und schrieb darüber: »Was du für die Insel der Seligen hältst, ist nur der Schatten des alten Peloponnes; dort sind die Städte und die Gesetze verschwunden, und die Tugend ist zum Spott geworden. Aber du, ein eingefleischter Philhellene, bildest dir ein, daß der bloße Anblick des Bodens von Sparta dir Lykurg wiederbringt, wie er seine weisen Gesetze diktiert. Die Täuschung wird bald verschwinden, und du wirst dem Manne gleich sein, der, um den Übeln des Krieges zu entrinnen, zu den Massageten floh, welche die Waffen gegen ihre eigenen Verwandten erheben.«Sathas, Mon. Hist. Hell. IV, p. XXXV.

Die Ruinen des spartanischen Altertums gaben noch eine schwache Kunde von den Zeiten des Lykurg und Leonidas, des Pausanias, Lysander und Agesilaos. Der berühmte Reisende Cyriacus von Ancona besuchte Sparta später, im Jahre 1437; er fand ein Volk vor sich, dessen physische Stärke an die Vorfahren erinnerte; er bewunderte die herkulische Kraft eines spartanischen Jünglings, welcher einen Eurotas-Eber lebend gefangen hatte. Die schönen Gefilde sah er mit großen Resten von Bauwerken und mit Bruchstücken von Statuen bedeckt. Der Anblick dieser melancholischen Trümmerwelt begeisterte ihn dazu, griechische Verse zu Ehren Spartas in italienische zu verwandeln. 

»Alma citta Laconica Spartana
Gloria de Grecia già del mondo exemplo
D'arme, e de castità...«
Gerade in jener Zeit regte sich dort der lange entschlafene Geist griechischer Wissenschaft. Der Fürstenhof, der sich in Misithra gebildet hatte, seitdem daselbst ein Despotat als byzantinisches Sekundogenitur-Lehen entstanden war, blieb im regsten Verkehr mit Konstantinopel, von wo er die Bedürfnisse des Luxus und der Bildung wie auch die Talente bezog. Er wurde eine Filiale des byzantinischen Geistes selbst und ein Sammelplatz für gebildete Hellenen, für Gelehrte und Sophisten, Bürokraten und Höflinge, welche daselbst ihr Glück zu machen suchten. Der Schmuck der Wissenschaften galt den dortigen Despoten für etwas so Unentbehrliches als den byzantinischen Kaisern selbst. Es gibt schon im 14. Jahrhundert Beweise, daß in Sparta eine Schule von Abschreibern alter Handschriften bestand.Misithra war der Geburtsort des Kopisten Nikolaus (1311), und des namhafteren Hieronymos Charitonymos, welcher später (1467) nach Rom und Paris flüchtete und Lehrer des Reuchlin, des Erasmus und Budeus wurde (Gardthausen, Griech. Paläographie, S. 412; Egger, L'hellénisme en France, Paris 1869, I, p. 146).

Man könnte den Hof Misithras dreist mit manchen Fürstenhöfen der italienischen Renaissance vergleichen, wie der Montefeltre Urbinos und der Gonzaga in Mantua. In der Tat erscheint er als der Herd einer griechischen Renaissance, auf einem Boden, wo die Funken des klassischen Heidentums im Glauben und Wähnen des lakonischen Volks wahrscheinlich noch immer heimlich fortglühten. Die dort entstehende akademische Richtung der Geister konnte demnach eine gewisse Originalität des Ursprunges beanspruchen.

Am Hofe Theodors II. lebte der berühmte Byzantiner Georgios Gemistos (Plethon), ein wiedererstandener antiker Hellene, ein nachgeborener Neuplatoniker aus der Schule des Proklos und ein schwärmerischer Verehrer der alten Götter, wie es bald nachher zum Teil die Humanisten Italiens unter der Führung des Pomponius Laetus wurden. Es ist begreiflich, daß ein Grieche von glühendem Vaterlandsgefühl, ein geistvoller Schüler der klassischen Philosophie, von der damaligen christlichen Kirche so gut Roms wie des orthodoxen Orients angewidert wurde, während ihn zugleich die staatliche und nationale Verkommenheit seines Volkes zur Verzweiflung brachte. Allein es grenzte doch an Wahnsinn, wenn er noch tausend Jahre nach Julianus Apostata sich einbildete, den Zeiger der Weltenuhr zurückschieben zu können, indem er den Kultus der Götter und Dämonen in einem neu ausgeklügelten allegorischen Mysteriendienst wieder auffrischte und die christliche Religion mit einem phantastischen Gemisch von Lehren des Zoroaster, der indischen Brahmanen, des Plato, Porphyrios und Proklos ersetzen zu können glaubte. Gemistos scheint eine Akademie oder Sekte dieses Sinnes gestiftet zu haben. Zu seinen Schülern, wenn auch nicht Adepten seiner mystischen Religionsphilosophie, sollen übrigens als Platoniker große Männer wie Manuel Chrysoloras und Bessarion gehört haben.

Später, zur Zeit des Unionskonzils in Florenz, trug er das heilige Feuer des Heidentums in diese Stadt; er verkündete wenigstens dort zuerst den Ruhm und die Größe Platos und wirkte, wie Ficinus behauptet hat, auf Cosimo dei Medici und die italienischen Sophisten insofern ein, als besonders seiner Anregung die Idee der Stiftung einer platonischen Akademie in Florenz zu verdanken war. Die Schrift Plethons ›Über den Unterschied der platonischen und aristotelischen Philosophie‹ gab das Zeichen zu einem langen literarischen Streit um die Geltung dieser beiden großen Denksysteme. Die Alleinherrschaft der auf dem entstellten und falsch verstandenen Aristoteles im Mittelalter gegründeten Scholastik wurde dadurch zum Wanken gebracht.

In jenem Jahre 1415, wo der Kaiser Manuel II. die Oberhoheit über Achaia gewann, widmete Plethon ihm und seinem Sohne, dem Despoten Theodor, zwei patriotische Staatsschriften, in denen er diese Fürsten ermahnte, dem Peloponnes mit sozialen Reformen ein neues Leben zu verleihen. Denn durch die entsetzliche Wirtschaft der Archonten und Latifundienbesitzer, durch die Leibeigenschaft, die Mönchsschwärme und die Sittenverderbnis war, nach seiner Ansicht, dies edle Mutterland der Hellenen so tief zerrüttet worden.Beide Schriften edierte Ellissen, a.a.O. Plethons Hauptwerk war die Lehre vom Staat (Syngraphe der Gesetze), welches Buch sein Gegner, der Patriarch Gennadios verbrannte. Reste davon edierte als ›Traité des lois‹ Alexandre in Paris 1858. – Über Plethon außer Ellissens Einleitung zu den beiden genannten Traktaten, Fritz Schultze, Georgios Gemistos Plethon und seine reformatorischen Bestrebungen, Gesch. der Phil. der Renaissance I, Jena 1874.

In diesen theoretischen Abhandlungen, wonach der Peloponnes eine gründliche soziale Reform etwa im Sinne der Gesetze des Lykurg erhalten sollte, warf Plethon merkwürdigerweise zuerst die wichtige ethnographische Frage von der Abstammung der Neugriechen auf, indem er behauptete, daß der Peloponnes, das alte Stammhaus der edelsten Griechengeschlechter seit Menschengedenken, immer nur von Autochthonen, den reinen Hellenen, bewohnt gewesen sei. Hier nahm er keine Rücksicht auf Slaven und Franken;Kap. 2 und 3 der Denkschrift an Manuel. aber sein Zeitgenosse und Gegner, der Byzantiner Mazaris, hob es hervor, daß im Peloponnes Völker mit verschiedener Sprache wohnten, und von diesen bezeichnete er sieben Stämme als Lakedaimonier, Italiener, Peloponnesier, Slavinen, Illyrier, Ägypter (Zigeuner) und Juden.Λακεδαίμονες, ’Ιταλοί, Πελοποννήσιοι, Σθλαβι̃νοι, Ιλλυριοί, ’Αιγύπτιοι καὶ ’Ιουδαι̃οι (Totengespräch, n. 22). Fallmerayer hat dies als Urkunde für seine Slaventheorie benutzt. Ellissen versteht wie Hopf (II, S. 183) unter den Peloponnesiern die griechisch redenden Romäer als Hauptmasse der Bevölkerung der Halbinsel, unter den Slavinen die Slaven am Taygetos. Die Lakedämonier hält Hopf für die Byzantiner, die mit den Strategen und Despoten in den Peloponnes gezogen waren. Besser sind sie als Tschakonen erklärt von H. F. Tozer, A Byzantine Reformer, Journal of Hell. Studies VII, p. 364. – Die Illyrier sind Albanesen und vielleicht auch Wlachen. In seiner Lobrede auf Theodor I. hat der Kaiser Manuel selbst gerühmt, daß derselbe 10 000 Illyrier im verödeten Peloponnes ansiedelte (Oratio Manuelis, p. 1086).

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