Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Friedrich von Raumer >

Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit, Band 6

Friedrich von Raumer: Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit, Band 6 - Kapitel 1
Quellenangabe
typetractate
booktitleGeschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit, Band 6
authorFriedrich von Raumer
year1825
firstpub1825
publisherF. A. Brockhaus
addressLeipzig
titleGeschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit, Band 6
pages622
created20150809
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

Geschichte der Hohenstaufen

und ihrer Zeit

von

Friedrich von Raumer.

 

Sechster Band.

 


 

Leipzig:
F. A. Brockhaus.
1825.

 


 

Vorrede.

Ich muß befürchten, daß die kirchlichen Alterthümer, welche den Hauptinhalt dieses Bandes ausmachen, bei eifrigen Vertheidigern der verschiedenen Bekenntnisse, mancherlei Widerspruch erfahren werden. Deshalb sey es mir erlaubt, behufs näherer Verständigung, folgendes zu bemerken. Meine Aufgabe war vorzugsweise geschichtlicher, nicht theologischer Art: daher suchte ich keineswegs ausschließlich Bestätigungen für eine bereits fertige, mitgebrachte Ansicht, es erschienen mir die Dinge nicht unbedingt in dem gefärbten Lichte einer, angeblich untrüglichen Meinung; sondern ich bestrebte mich, unbefangen und aufrichtig das zu geben, was ich fand, mochte es nun dieser oder jener Partei günstig oder ungünstig erscheinen.

Dies, wendet man vielleicht ein, wird nicht getadelt; wohl aber daß den Thatsachen oft Urtheile VI beigefügt sind, welche Vorliebe für, oder Abneigung gegen ein Bekenntniß zeigen, – also irrig sind. Ich will hiegegen nicht geltend machen, wie der Eine gerade das lobt, was der Andere tadelt, darf aber wohl darauf rechnen: man werde mir, nach so mühsamen Forschungen, die Erlaubniß nicht versagen ein bescheidenes Urtheil fällen zu dürfen, da ja selbst Weiber und Kinder itzt in diesen Dingen abzusprechen, oft für Recht und ihre Pflicht halten. – Allerdings kommt man zur Erkenntniß des Christenthums nicht vorzugsweise auf jenem langen, gelehrten Wege, ja sehr oft ist es nur ein Umweg, oder ein Irrweg; allein eben so wenig genügt es, wenn eine Gesellschaft beim Theetische den Beschluß faßt, eiligst in das Allerheiligste hinein Rad zu schlagen.

Es ist unbillig, wenn man von jedem die höchste Virtuosität für die Religion verlangt, und in diesem ungemessenen Eifer aller Erziehung und Duldsamkeit vergißt; es ist unbillig, wenn man vom Geschichtschreiber ein umständliches Glaubensbekenntniß erpressen und ihn darauf verpflichten will. Damit man aber hieraus nicht auf geheime Vorbehalte und Absichten schließe, erkläre ich unverholen: daß mir das Wesentliche des Christenthumes nicht vorzugsweise in dem zu liegen scheint, worin die verschiedenen Bekenntnisse untereinander abweichen, sondern in dem worin sie übereinstimmen; mithin die Geschichte (und auch meine daher VII genommene Entwickelung) keineswegs ein Zeughaus des Krieges, sondern ein Vorrathshaus für den Frieden seyn und werden soll. Ferner mögen die, in unserer Zeit erneuten Bestrebungen, irgend einen schwierigen und streitigen Punkt der Lehre, oder der Kirchenverfassung zum höchsten Prüfstein des Christlichen zu erheben, aus voller Überzeugung und guter Absicht hervorgehn; mir erscheinen sie irrig, und in den (wie die Geschichte unzählige Male beweiset) fast unausbleiblichen Einseitigkeiten und Übertreibungen, unheilbringend und verwerflich.

Wer die Darstellung der katholischen Kirchenlehre, nach Petrus Lombardus, zu lang findet, möge sie überschlagen: wer ihre Kürze tadelt und z. B. gern die Ansicht des Thomas von Aquino näher entwickelt sähe; den verweise ich auf die bald erscheinenden Beiträge meines Freundes Neander, der als Meister auftritt, wo ich nur als Laie mich vorwage, und der auch das innere christliche Leben vergangener Jahrhunderte genauer darstellen wird, während mein Werk eine andere Behandlungsweise nöthig machte.

Die Nothwendigkeit diesen Standpunkt festzuhalten, wird mich auch entschuldigen daß die Abschnitte über Wissenschaft, Kunst u. s. w. nur Andeutungen behufs einer Übersicht aller Verhältnisse darbieten. Sich genauer zu unterrichten, fehlt es nicht an weitläufigern Werken.

VIII Hätte ich im Register, alle Sachen, Namen, Orte, u. s. w. aufnehmen wollen, es wäre übermäßig stark geworden; doch dürfte es, mit Hülfe der Überschriften jeder Seite und des Inhaltsverzeichnisses der einzelnen Bände, hinreichen das Wichtigere leicht aufzufinden.

Berlin den 23sten December 1824.

 


 

Inhalt.

Neuntes Buch.
I.  Kirchliche Alterthümer.
Einleitung
A.  Von den persönlichen Verhältnissen der Geistlichen und ihrer Stellung zu den Laien
B.  Von den sachlichen Verhältnissen der Kirche
C.  Von dem Kirchenrechte und der Kirchenzucht
D.  Von der Kirchenlehre und einigen verwandten Gegenständen
E.  Von dem Mönchswesen und den Klöstern
II.  Wissenschaft und Kunst
III.  Häuslichen Verhältnisse, Sitten, Gebräuche
Zusätze zu den diplomatischen Nachweisungen über den Aufenthalt der Könige und KaiserAußerdem muß ich auf die reichen Nachträge aufmerksam machen, welche in dem 2ten Bande von Langs Regesta und Perz italienischer Reise enthalten sind, aber erst nach beendetem Drucke in meine Hände kamen.

 


 

 Kapitel 2 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.