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Geschichte der Abderiten

Christoph Martin Wieland: Geschichte der Abderiten - Kapitel 22
Quellenangabe
typefiction
booktitleGeschichte der Abderiten
authorChristoph Martin Wieland
year1987
publisherRowohlt Taschenbuch Verlag
isbn3-499-40013-8
titleGeschichte der Abderiten
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1774
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7. Kapitel

Hippokrates erteilt den Abderiten seinen gutächtlichen Rat. Große und gefährliche Bewegungen, die darüber im Senat entstehen, und wie, zum Glück für das Abderitische Gemeinwesen, der Stundenrufer alles auf einmal wieder in Ordnung bringt.

Die Zeit kam heran, wo der Äskulap dem Senat von Abdera seinen Bericht erstatten sollte. Er kam, trat mitten unter die versammelten Väter, und sprach mit einer Wohlredenheit, die alle Anwesende in Erstaunen setzte:

«Friede sei mit Abdera! Edle, Veste, Fürsichtige und Weise, liebe Herren und Abderiten! Gestern lobte ich Sie wegen Ihrer Fürsorge für das Gehirn Ihres Mitbürgers Demokrit; heute rate ich Ihnen wohlmeinend, diese Fürsorge auf Ihre ganze Stadt und Republik zu erstrecken. Gesund an Leib und Seele zu sein, ist das höchste Gut, das Sie sich selbst, Ihren Kindern und Ihren Bürgern verschaffen können; und dies wirklich zu tun, ist die erste Ihrer obrigkeitlichen Pflichten. So kurz mein Aufenthalt unter Ihnen ist, so ist er doch schon lang genug, um mich zu überzeugen, daß sich die Abderiten nicht so wohl befinden als es zu wünschen wäre. Ich bin zwar zu Kos geboren, und wohne bald zu Athen, bald zu Larissa, bald anderswo; jetzt zu Abdera, morgen vielleicht auf dem Wege nach Byzanz: aber ich bin weder ein Koer noch ein Athener, weder ein Larisser noch Abderit; ich bin ein Arzt. So lang es Kranke auf dem Erdboden gibt, ist meine Pflicht so viele gesund zu machen als ich kann. Die gefährlichsten Kranken sind die, die nicht wissen daß sie krank sind; und dies ist, wie ich finde, der Fall der Abderiten. Das Übel liegt für meine Kunst zu tief; aber was ich raten kann, um die Heilung vorzubereiten, ist dies: Senden Sie mit dem ersten guten Winde sechs große Schiffe nach Anticyra. Meinethalben können sie, mit welcherlei Waren es den Abderiten beliebt, dahin befrachtet werden; aber zu Anticyra lassen Sie alle sechs Schiffe so viel Niesewurz laden, als sie tragen können ohne zu sinken. Man kann zwar auch Niesewurz aus Galatien haben, die etwas wohlfeiler ist; aber die von Anticyra ist die beste. Wenn die Schiffe angekommen sein werden: so versammeln Sie das gesamte Volk auf Ihrem großen Markte; stellen Sie, mit Ihrer ganzen Priesterschaft an der Spitze, einen feierlichen Umgang zu allen Tempeln in Abdera an, und bitten die Götter, daß sie dem Senat und dem Volke zu Abdera geben möchten, was dem Senat und dem Volke zu Abdera fehlt. Sodann kehren Sie auf den Markt zurück, und teilen den sämtlichen Vorrat von Niesewurz, auf gemeiner Stadt Unkosten, unter alle Bürger aus; auf jeden Kopf sieben Pfund; nicht zu vergessen, daß den Ratsherren, welche (außer dem was sie für sich selbst gebrauchen) noch für so viele andre Verstand haben müssen, eine doppelte Portion gereicht werde! Die Portionen sind stark, ich gesteh es; aber eingewurzelte Übel sind hartnäckig, und können nur durch lange anhaltenden Gebrauch der Arznei geheilt werden. Wenn Sie nun dieses Vorbereitungsmittel, nach der Vorschrift die ich Ihnen geben will, durch die erforderliche Zeit gebraucht haben werden: dann überlasse ich Sie einem andern Arzte. Denn, wie gesagt, die Krankheit der Abderiten liegt zu tief für meine Kunst. Ich kenne funfzig Meilen rings um Abdera nur einen einzigen Mann der Ihnen von Grund aus helfen könnte, wenn Sie sich geduldig und folgsam in seine Kur begeben wollten. Der Mann heißt Demokrit, Damasippens Sohn. Stoßen Sie sich nicht an den Umstand, daß er zu Abdera geboren ist! Er ist darum kein Abderit, dies können Sie mir auf mein Wort glauben; oder wenn Sie mir nicht glauben wollen, so fragen Sie den Delphischen Gott. Er ist ein gutherziger Mann, der sich ein Vergnügen daraus machen wird, Ihnen seine Dienste zu leisten. Und hiermit, meine Herren und Bürger von Abdera, empfehle ich Sie und Ihre Stadt den Göttern. Verachten Sie meinen Rat nicht, weil ich ihn umsonst gebe; es ist der beste, den ich jemals einem Kranken, der sich für gesund hielt, gegeben habe.»

Als Hippokrates dies gesagt hatte, machte er dem Senat eine höfliche Verbeugung, und ging seines Weges.

Niemals – sagt der Geschichtschreiber Hekatäus, ein desto glaubwürdigerer Zeuge, weil er selbst ein Abderit warZum Unglück sind alle seine Werke verloren gegangen. S.  Recherches sur Hecatée de Milet, Tom. IX. des Mém. de Littérat. – niemals hat man zweihundert Menschen, alle zugleich, in einer so sonderbaren Stellung gesehen, als diejenige des Senats von Abdera in diesem Augenblicke war; es müßten nur die zweihundert Phönizier sein, welche Perseus durch den Anblick des Kopfs der Medusa auf einmal in eben so viele Bildsäulen verwandelte, als ihm ihr Anführer seine teuer erworbene Andromeda mit Gewalt wieder abjagen wollte. In der Tat hatten sie alle mögliche Ursachen von der Welt, auf etliche Minuten versteinert zu werden. Beschreiben zu wollen, was in ihren Seelen vorging, würde vergebliche Mühe sein. Nichts ging in ihnen vor; ihre Seelen waren so versteinert als ihre Leiber. Mit dummem sprachlosem Erstaunen sahen sie alle nach der Tür, durch welche der Arzt sich zurückgezogen hatte; und auf jedem Gesichte drückte sich zugleich die angestrengte Bemühung und das gänzliche Unvermögen aus, etwas von dieser Begebenheit zu begreifen.

Endlich schienen sie nach und nach, einige früher einige später, wieder zu sich selbst zu kommen. Sie sahen einander mit großen Augen an; funfzig Mäuler öffneten sich zugleich zu der nämlichen Frage, und fielen wieder zu, weil sie sich aufgetan hatten, ehe sie wußten was sie fragen wollten. «Zum Henker, meine Herren», rief endlich der Zunftmeister Pfriem, «ich glaube gar, der Quacksalber hat uns mit seiner doppelten Portion Niesewurz zu Narren!» – «Ich versah mir gleich vom Anfang nichts gutes zu ihm», sagte Thrasyllus. – «Meiner Frau wollt er gestern gar nicht einleuchten», sprach der Ratsherr Smilax. – «Ich dachte gleich es würde übel ablaufen, wie er von den sechs Schiffen sprach die wir nach Anticyra senden sollten», sagte ein anderer. – «Und die verdammte Ernsthaftigkeit, womit er uns alles das vordeklamierte», rief ein fünfter; «ich gestehe, daß ich mir gar nicht einbilden konnte, wo es hinaus laufen würde.» – «Ha, ha, ha! ein lustiger Zufall, so wahr ich ehrlich bin!» meckerte der kleine dicke Ratsherr, indem er sich vor Lachen den Bauch hielt. «Gestehen wir, daß wir fein abgeführt sind! Ein verzweifelter Streich! Das hätt uns nicht begegnen sollen! Ha, ha, ha!» – «Aber wer konnte sich auch zu einem solchen Manne so etwas versehen?» rief der Nomophylax. – «Ganz gewiß ist er auch einer von euern Philosophen», sagte Meister Pfriem. «Der Priester Strobylus hat wahrlich so unrecht nicht! Wenn es nicht wider unsre Freiheiten wäre, so wollt ich der erste sein, der darauf antrüge, daß man alle diese Spitzköpfe zum Lande hinaus jagte.»

«Meine Herren», fing jetzt der Archon an, «die Ehre der Stadt Abdera ist angegriffen, und anstatt daß wir hier sitzen und uns wundern oder Glossen machen, sollten wir mit Ernst darauf denken, was uns in einer so kitzlichen Sache zu tun geziemt. Vor allen Dingen sehe man wo Hippokrates hingekommen ist!»

Ein Ratsdiener, der zu diesem Ende abgeschickt wurde, kam nach einer ziemlichen Weile mit der Nachricht zurück, daß er nirgends mehr anzutreffen sei.

«Ein verfluchter Streich!» riefen die Ratsherren aus einem Munde; «wenn er uns nun entwischt wäre!» – «Er wird doch kein Hexenmeister sein», sagte der Zunftmeister Pfriem, indem er nach einem Amulett sah, das er gewöhnlich zu seiner Sicherheit gegen böse Geister und böse Augen bei sich zu tragen pflegte.

Bald darauf wurde berichtet, man habe den fremden Herrn auf seinem Maulesel ganz gelassen hinter dem Tempel der Dioskuren nach Demokrits Landgute zutraben sehen.

«Was ist nun zu tun, meine Herren?» sagte der Archon.

«Ja – allerdings! – was nun zu tun ist – was nun zu tun ist? – dies ist eben die Frage!» riefen die Ratsherren indem sie einander ansahen. Nach einer langen Pause zeigte sich, daß die Herren nicht wußten, was nun zu tun war.

«Der Mann steht in großem Ansehen beim König von Macedonien», fuhr der Archon fort; «er wird in ganz Griechenland wie ein zweiter Äskulap verehrt! Wir könnten uns leicht in böse Händel verwickeln, wenn wir einer, wiewohl gerechten, Empfindlichkeit Gehör geben wollten. Bei allem dem liegt mir die Ehre von Abdera –»

«Ohne Unterbrechung, Herr Archon!» fiel ihm der Zunftmeister Pfriem ein; «die Ehre und Freiheit von Abdera kann niemanden näher am Herzen liegen als mir selbst. Aber, alles wohl überlegt, seh ich wahrlich nicht, was die Ehre der Stadt mit dieser Begebenheit zu tun haben kann. Dieser Harpokrates oder Hypokritus, wie er sich nennt, ist ein Arzt; und ich habe mein Tage gehört, daß ein Arzt die ganze Welt für ein großes Siechhaus und alle Menschen für seine Kranken ansieht. Ein jeder spricht und handelt wie ers versteht; und was einer wünscht das glaubt er gern. Hypokritus möcht es, denk ich, wohl leiden wenn wir alle krank wären, damit er desto mehr zu heilen hätte. Nun denkt er, wenn ich sie nur erst dahin bringen kann daß sie meine Arzneien einnehmen, dann sollen sie mir krank genug werden. Ich heiße nicht Meister Pfriem, wenn dies nicht das ganze Geheimnis ist!»

«Meiner Seele! getroffen!» rief der kleine dicke Ratsherr; «weder mehr noch weniger! Der Kerl ist so närrisch nicht! – Ich wette, wenn er kann, schickt er uns alle möglichen Flüsse und Fieber an den Hals, bloß damit er den Spaß habe, uns für unser Geld wieder gesund zu machen! Ha, ha, ha!»

«Aber vierzehn Pfund Niesewurz auf jeden Ratsherrn!» rief einer von den ältesten, dessen Gehirn, nach seiner Miene zu urteilen, schon völlig ausgetrocknet sein mochte. «Bei allen Fröschen der Latona, das ist zu arg! Man muß beinahe auf den Argwohn kommen, daß etwas mehr dahinter steckt!»

«Vierzehn Pfund Niesewurz auf jeden Ratsherrn!» wiederholte Meister Pfriem, und lachte aus vollem Halse –

«Und für jeden Zunftmeister», setzte Smilax mit einem bedeutenden Ton hinzu.

«Das bitt ich mir aus», rief Meister Pfriem; «er sagte kein Wort von Zunftmeistern.»

«Aber das versteht sich doch wohl von selbst», versetzte jener; «Ratsherren und Zunftmeister, Zunftmeister und Ratsherren; ich sehe nicht, warum die Herren Zunftmeister hierin was besondres haben sollten.»

«Wie, was?» rief Meister Pfriem mit großem Eifer: «Sie sehen nicht was die Zunftmeister vor den Ratsherren besondres haben? – Meine Herren, Sie haben es gehört! – Herr Stadtschreiber, ich bitt es zum Protokoll zu nehmen!»

Die Zunftmeister standen alle mit großem Gebrumm von ihren Sitzen auf.

«Sagt ich nicht», rief der alte hypochondrische Ratsmeister, «daß etwas mehr hinter der Sache stecke? Ein geheimer Anschlag gegen die Aristokratie – Aber die Herren haben sich ein wenig zu früh verraten.»

«Gegen die Aristokratie?» schrie Pfriem mit verdoppelter Stimme: «gegen welche Aristokratie? Zum Henker, Herr Ratsmeister, seit wenn ist Abdera eine Aristokratie? Sind wir Zunftmeister etwa nur an die Wand hingemalt? Stellen wir nicht das Volk vor? Haben wir nicht seine Rechte und Freiheiten zu vertreten? Herr Stadtschreiber, zum Protokoll, daß ich gegen alles Widrige protestiere, und dem löblichen Zunftmeistertum sowohl als gemeiner Stadt Abdera ihre Rechte vorbehalte.»

«Protestiert! protestiert!» schrien die Zunftmeister alle zusammen.

«Reprotestiert! reprotestiert!» schrien die Ratsherren.

Der Lärm nahm überhand. «Meine Herren», rief der regierende Archon so laut er konnte, «was für ein Schwindel hat Sie überfallen? Ich bitte, bedenken Sie wer Sie sind und wo Sie sind! Was werden die Eierweiber und Obsthändlerinnen da unten von uns denken, wenn sie uns wie die Zahnbrecher schreien hören?»

Aber die Stimme der Weisheit verlor sich ungehört in dem betäubenden Getöse. Niemand hörte sein eigen Wort.

Zu gutem Glück war es seit undenklichen Zeiten in Abdera gebräuchlich, auf den Punkt zwölf Uhr durch die ganze Stadt zu Mittag zu essen; und vermöge der Ratsordnung mußte, so wie eine Stunde abgelaufen war, eine Art von Herold vor die Ratsstube treten, und die Stunde ausrufen.

«Gnädige Herren», rief der Herold mit der Stimme des Homerischen Stentors, «die zwölfte Stunde ist vorbei!»

«Stille! der Stundenrufer!» – «Was rief er?» – «Zwölfe, meine Herren, zwölfe vorbei!» – «Schon zwölfe? – Schon vorbei? – So ist es hohe Zeit!»

Der größte Teil der gnädigen Herren war zu Gaste gebeten. Das glückliche Wort Zwölfe versetzte sie also auf einmal in eine Reihe angenehmer Vorstellungen, die mit dem Gegenstand ihres Zankes nicht in der mindesten Verbindung standen. Schneller als die Figuren in einem Guckkasten sich verwandeln, stand eine große Tafel, mit einer Menge niedlicher Schüsseln bedeckt, vor ihrer Stirn; ihre Nasen weideten sich zum voraus an Düften von bester Vorbedeutung; ihre Ohren hörten das Geklapper der Teller; ihre Zunge kostete schon die leckerhaften Brühen, in deren Erfindung die Abderitischen Köche mit einander wetteiferten: kurz, das unwesentliche Gastmahl beschäftigte alle Kräfte ihrer Seelen; und auf einmal war die Ruhe des Abderitischen Staats wieder hergestellt.

«Wo werden Sie heute speisen?» – «Bei Polyphonten.» – «Dahin bin ich auch geladen.» – «Ich erfreue mich über die Ehre Ihrer Gesellschaft!» – «Sehr viel Ehre für mich!» – «Was werden wir diesen Abend für eine Komödie haben?» – «Die Andromeda des Euripides.» – «Also ein Trauerspiel!» – «O mein Lieblingsstück! – Und eine Musik! Unter uns, der Nomophylax hat etliche Chöre selbst gesetzt. Sie werden Wunder hören!»

Unter so sanften Gesprächen erhoben sich die Väter von Abdera in eilfertigem aber friedsamen Gewimmel vom Rathause, zu großer Verwunderung der Eierweiber und Obsthändlerinnen, welche kurz zuvor die Wände der Ratsstube von echtem Thracischem Geschrei widerhallen gehört hatten.

Alles dies hatte man dir zu danken, wohltätiger Stundenrufer! Ohne deine glückliche Dazwischenkunft würde wahrscheinlicher Weise der Zank der Ratsherren und Zunftmeister, gleich dem Zorn des Achilles, (so lächerlich auch seine Veranlassung war) in ein Feuer ausgebrochen sein, welches die schrecklichste Zerrüttung, wo nicht gar den Umsturz der Republik Abdera hätte verursachen können!

Wenn jemals ein Abderit mit einer öffentlichen Ehrensäule belohnt zu werden verdient hatte, so war es gewiß dieser Stundenrufer. Zwar muß man gestehen, der große Dienst, den er in diesem Augenblick seiner Vaterstadt leistete, verliert seine ganze Verdienstlichkeit durch den einzigen Umstand, daß er nur zufälliger Weise nützlich wurde. Denn der ehrliche Mann dachte, da er zur gesetzten Zeit maschinenmäßig Zwölfe rief, an nichts weniger als an die unabsehbaren Übel, die er dadurch von dem gemeinen Wesen abwendete. Aber dagegen muß man auch bedenken, daß seit undenklichen Zeiten kein Abderit sich auf eine andre Weise um sein Vaterland verdient gemacht hatte. Wenn es sich daher zutrug, daß sie etwas verrichteten, das durch irgend einen glücklichen Zufall der Stadt nützlich wurde, so dankten sie den Göttern dafür; denn sie fühlten wohl, daß sie als bloße Werkzeuge oder gelegentliche Ursachen mitgewirkt hatten. Indessen ließen sie sich doch das Verdienst des Zufalls so gut bezahlen als ob es ihr eigenes gewesen wäre; oder, richtiger zu reden, eben weil sie sich keines eignen Verdienstes dabei bewußt waren, ließen sie sich das Gute, was der Zufall unter ihrem Namen tat, auf eben den Fuß bezahlen, wie ein Mauleseltreiber den täglichen Verdienst seines Esels einzieht.

Es versteht sich, daß die Rede hier bloß von Archonten, Ratsherren und Zunftmeistern ist. Denn der ehrliche Stundenrufer mochte sich Verdienste um die Republik machen so viel oder so wenig er wollte; er bekam seine sechs Pfennige des Tags in guter Abderitischer Münze, und – Gott befohlen!

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