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Gesammelte Gedichte. Dritter Theil

Hans Christian Andersen: Gesammelte Gedichte. Dritter Theil - Kapitel 6
Quellenangabe
authorHans Christian Andersen
titleGesammelte Gedichte. Dritter Theil
publisherVerlag von Carl B. Lorck
year1847
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20180805
projectid509c91c9
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Die kleine Lise am Brunnen.

In den Grund des Brunnens schaut
Lischen gar gedankenvoll;
Was hier dieser Brunnen soll,
Hat die Mutter ihr vertraut.

»Meine Schwester sagte zwar,
Daß der Storch die Kinder bringt;
Wie verständig es auch klingt,
Ist es aber doch nicht wahr.

Nein, das macht sie mir nicht weiß,
Mutter, wie ich sie gefragt,
Hat es anders mir gesagt,
Mutter, die es besser weiß.

Aus dem Brunnen holt bei Nacht
Sie die weiße Frau allein;
Die hat jüngst das Brüderlein
Aus dem Brunnen uns gebracht.

Vor fünf Jahren schlief ich auch
Hier im Brunnen, wundersam,
Bis sie mich zu holen kam,
Nach dem hergebrachten Brauch.

Könnt' ich nur die Kleinen seh'n!
Ach, ich säh' sie gar zu gern!
Doch sie schlafen tief und fern,
Keines läßt sich heut erspäh'n.

Wüßt' ich, wie die Frau es macht,
Holt' ich eines mir geschwind.
So ein himmlisch kleines Kind,
Ei, das wär' auch eine Pracht!

O, was gäb ich nicht darum!
Seit es durch den Sinn mir fährt,
Bist mir gar nichts, gar nichts werth,
Garst'ge Puppe, stumm und dumm!«

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