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Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos: Gefährliche Liebschaften - Kapitel 65
Quellenangabe
typefiction
authorde Laclos, Choderlos
titleGefährliche Liebschaften
publisherHyperion Verlag
addressMünchen
volume2
translatorFranz Blei
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060526
projectid144177dc
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Hundertundfünfundfünfzigster Brief

Frau von Volanges an Frau von Rosemonde.

Die Bulletins unterrichten Sie besser als ich es tun könnte, meine liebe Freundin, von dem betrüblichen Zustande unserer Kranken. Ganz ihrer Pflege gewidmet, nehme ich mir die Zeit, Ihnen zu schreiben, nur insofern es noch andere Vorgänge gibt, als die Krankheit. Hier eines, auf das ich nicht gefaßt war. Ich erhielt einen Brief von Herrn von Valmont, in dem es ihm beliebt hat, mich zu seiner Vertrauten zu machen, ja sogar zu seiner Vermittlerin bei Frau von Tourvel zu wählen, für die er einen Brief an mich beigefügt hat. Ich habe den einen zurückgeschickt zugleich mit der Antwort auf den andern. Ich schicke Ihnen den letzteren und glaube, Sie werden wie ich der Meinung sein, daß ich nicht tun konnte noch durfte, was er verlangt. Selbst wenn ich es gewollt hätte, wäre unsere unglückliche Freundin doch nicht imstande gewesen mich zu verstehen. Ihr Delirium dauert fort. Aber was sagen Sie zu der Verzweiflung des Herrn von Valmont? Darf man daran glauben oder will er nur alle betrügen und bis ans Ende? Wenn er dieses Mal aufrichtig ist, so muß er sich selbst die Schuld an seinem Unglück beimessen. Er wird mit meiner Antwort, glaube ich, wenig zufrieden sein, aber ich gestehe, daß alles, was mich mehr von dieser unglücklichen Geschichte unterrichtet, mich mehr und mehr gegen ihren Urheber empört. Gott mit Ihnen, meine liebe Freundin; ich kehre zu meiner traurigen Krankenpflege zurück, die noch trauriger wird durch die geringe Hoffnung auf Erfolg. Sie kennen meine Gefühle für Sie.

Paris, den 5. Dezember 17..

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