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Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos: Gefährliche Liebschaften - Kapitel 6
Quellenangabe
typefiction
authorde Laclos, Choderlos
titleGefährliche Liebschaften
publisherHyperion Verlag
addressMünchen
volume2
translatorFranz Blei
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060526
projectid144177dc
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Sechsundneunzigster Brief

Cécile Volanges an den Vicomte von Valmont.

Ich bitte Sie, mir gütigst den Schlüssel zuzustellen, den Sie mir gaben, um ihn an Stelle des andern zu legen; weil man es will, muß ich wohl auch.

Ich weiß nicht, warum Sie Herrn Danceny schrieben, daß ich ihn nicht mehr liebe – ich glaube nicht, Ihnen je Ursache gegeben zu haben, dies zu denken; das hat ihm viel Kummer bereitet und mir auch. Ich weiß wohl, daß Sie sein Freund sind, aber das ist doch kein Grund, ihm Kummer zu bereiten, und mir auch nicht. Sie würden mir Freude machen, wenn Sie ihm das Gegenteil sagten, das nächste Mal, wenn Sie ihm schreiben, und daß Sie davon überzeugt seien; denn zu Ihnen hat er das größte Vertrauen; ich, wenn ich etwas gesagt habe und man glaubt mir nicht, so weiß ich nicht mehr was tun.

Was den Schlüssel betrifft, so können Sie ganz ruhig sein; ich habe alles behalten, was Sie mir in Ihrem Briefe anempfohlen haben. Wenn Sie ihn noch haben und ihn mir gleichzeitig geben wollten, verspreche ich Ihnen, daß ich sehr acht darauf geben werde. Wenn es morgen sein kann, wenn wir zum Diner gehen, würde ich Ihnen den andern Schlüssel übermorgen nach dem Frühstück geben; und Sie würden ihn mir auf dieselbe Art wie das erstemal wiedergeben. Ich möchte wohl, daß es nicht länger wäre, denn es wäre weniger Zeit riskiert, in der Mama darauf kommen könnte.

Und dann, wenn Sie schon diesen Schlüssel haben, würden Sie wohl so gut sein, sich seiner zu bedienen, um meine Briefe zu holen? Auf diese Art würde Herr Danceny öfters Nachrichten von mir erhalten. Es ist wahr, es wird das so viel bequemer sein als bisher; anfangs hat es mir nur so viel Angst gemacht – ich bitte Sie, mich zu entschuldigen, ich hoffe, daß Sie deshalb nicht weniger nett gegen mich sein werden als wie bisher. Ich werde Ihnen immer dankbar dafür sein. Ich bin Ihre sehr ergebene Dienerin.

Schloß . . ., den 28. September 17..

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