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Gedichte. Zweiter Theil

Aloys Blumauer: Gedichte. Zweiter Theil - Kapitel 137
Quellenangabe
typepoem
authorAloys Blumauer
titleGedichte. Zweiter Theil
publisherRieger'sche Verlagsbuchhandlung
seriesAloys Blumauer's gesammelte Schriften
volumeDritter Theil
year1871
illustratorTh. Hosemann
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20130902
projectida98e096f
wgs9151
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An meinen Freund Adam Bartsch.

Zum Namenstage.

Freund! hieß ich Adam, so wie du,
Ich hörte gern den Spöttern zu,
Die über Namen spassen,
Und sagen, es sei dumm gethan,
Zum Namenstag von Jedermann
Sich gratuliren lassen.

Sie meinen, es war' eins, ob man
Longinus, Christoph, Kilian,
Paul oder Thomas hieße;
Ich aber weiß, daß von den Herr'n
Sich mancher seinen Namen gern
Vom Leibe schneiden ließe.

Gesetzt, du hießest Kilian,
Dein Mädchen Ursel: wärst du dann
Nicht wahrlich zu beklagen?
Denk' nur, du müßtest in dem Schwung
Der innigsten Begeisterung:
Ach, liebste Ursel! – sagen.

Und hörte sie's gefällig an,
Und seufzte: Ach mein Kilian!
Sprich, müßtest du nicht lachen?
Und würde nicht die Kleinigkeit
Den allerschönsten Liebesstreit
Zum Possenspiele machen?

Und dann erst die Unglücklichen,
Die einst Gregor den Siebenten
Zum Heiligen bekamen:
Sag, hießen wohl die Armen gern
Vor aller Welt noch jetzt die Herrn
Mit dem verpappten Namen?

Drum freue deines Namens dich!
Der wird aus dem Kalender sich
Zu keiner Zeit verlieren:
Ich, du und aller Menschentroß,
Wir müßten ja als vaterlos
Dagegen protestiren.

*

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