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Gutenberg > Aloys Blumauer >

Gedichte. Erster Theil

Aloys Blumauer: Gedichte. Erster Theil - Kapitel 92
Quellenangabe
typepoem
authorAloys Blumauer
titleGedichte. Erster Theil
publisherRieger'sche Verlagsbuchhandlung
seriesAloys Blumauer's gesammelte Schriften
volumeZweiter Theil
year1871
illustratorTh. Hosemann
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20130902
projectida98e096f
wgs9151
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Schwesterngesundheit,

ausgebracht bei einer Tafelloge z. w. E.
am 30. Jänner 1785.

Höret, Schwestern, unser Flehen,
Und erbarmt euch unsrer Noth:
Stillet unsre Liebeswehen,
Und beschließt nicht unsern Tod,

Ach, erhöret unsern Jammer,
Lindert einmal unsern Schmerz!
Hör't nur, wie der Logenhammer,
Klopft und pochet uns das Herz!

O! verschmäht uns Maurer nimmer;
Die Natur, die niemals lügt,
Schuf den Kitt, der uns auf immer
Fest mit euch zusammenfügt.

Wißt, es ist der Maurerorden
Einer Männerschule gleich:
Was wir da gelehrt sind worden,
Lernten wir ja nur für euch.

Auf der Maurerreise bücken
Wir uns nur vor euch so tief,
Und ein sanftes Händedrücken,
Schwestern, ist der Maurergriff.

Will uns eure Zunge lästern,
So bleibt unsre ungerührt;
Denn man hat bloß darum, Schwestern,
Einst den Mund uns sigillirt.

Unser Teppich selbst, an Lehren
Und Geheimnissen so reich,
Predigt, solltet ihr ihn hören,
Unaufhörlich uns von euch.

Nimmer wird uns, Schwestern, nimmer
Unsers Flammensternes Schein
Etwas anders, als der Schimmer
Eurer holden Augen sein.

Denn der Mond in seiner Lage
Und die Sonn' in ihrer Pracht
Prophezeih'n uns Lieb' am Tage.
Und ein Doppelhorn bei Nacht.

Selbst bei Tafeln, da, wo euer
Der Profane meist vergißt,
Weih'n wir euch ein eigen Feuer,
Welches unsre Mahle schließt.

*

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