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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Gedichte. Ausgabe letzter Hand

Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte. Ausgabe letzter Hand - Kapitel 321
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authorJohann Wolfgang von Goethe
titleGedichte. Ausgabe letzter Hand
publisherArtemis-Verlag Zürich
editorErnst Beutler
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Zahme Xenien III

Gönnet immer fort und fort
Bakis eure Gnade:
Des Propheten tiefstes Wort,
Oft ists nur Scharade.

*

Willst du dich als Dichter beweisen,
So mußt du nicht Helden noch Hirten preisen
Hier ist Rhodus! Tanze, du Wicht,
Und der Gelegenheit schaff ein Gedicht!

*

Man mäkelt an der Persönlichkeit,
Vernünftig, ohne Scheu;
Was habt ihr denn aber, was euch erfreut,
Als eure liebe Persönlichkeit?
Sie sei auch, wie sie sei.

*

Wer etwas taugt, der schweige still,
Im stillen gibt sichs schon;
Es gilt, man stelle sich, wie man will,
Doch endlich die Person.

*

»Was heißt du denn Sünde?«
Wie jedermann,
Wo ich finde,
Daß mans nicht lassen kann.

*

Hätte Gott mich anders gewollt,
So hätt er mich anders gebaut;
Da er mir aber Talent gezollt,
Hat er mir viel vertraut.
Ich brauch es zur Rechten und Linken,
Weiß nicht, was daraus kommt;
In Lebens-Wald und Dickicht-Graus
Er weiß nicht da noch dort hinaus,
Das geht auf einen HirscheLL hinaus –
Heil unsern alten Tagen!!!

*

Habt ihr das alles recht bedacht?
So wie der Tag ist wohl vollbracht,
Ist keiner überzählig;
Verstand und Sinn ist hehr und weit,
Doch wird euch, zu gelegener Zeit,
Auch das Absurde fröhlich.

*

Fehlst du, laß dichs nicht betrüben:
Denn der Mangel führt zum Lieben;
Kannst dich nicht vom Fehl befrein,
Wirst du andern gern verzeihn.

*

Die Jugend verwundert sich sehr,
Wenn Fehler zum Nachteil gedeihen:
Sie faßt sich, sie denkt zu bereuen;
Im Alter erstaunt und bereut man nicht mehr.

*

»Wie mag ich gern und lange leben?«
Mußt immer nach dem Trefflichsten streben
Des unerkannt Trefflichen wirket so viel,
Und Zeit und Ewigkeit legt ihm kein Ziel.

*

Alt-tümer sind ein böses Ding,
Ich schätze sie aber nicht gering;
Wenn nur Neu-Tümer, in allen Ehren,
Auch um so vieles besser wären.

*

»Irr-tümer sollen uns plagen?
Ist nicht an unser Heil gedacht?«
Halb-Tümer solltet ihr sagen,
Wo Halb und Halb kein Ganzes macht.

*

Auf Pergament Lieb und Haß geschrieben
Ist, was wir heute hassen und lieben;
Wo käme Lieb und Haß denn her,
Wenn er nicht schon von alters wär!

*

Sagt nur nichts halb:
Ergänzen, welche Pein!
Sagt nur nichts grob:
Das Wahre spricht sich rein.

*

»Entferne dich nicht ganz und gar,
Beruhige dich in unserm Orden!«
Es ist alles noch, wie es war,
Nur ist es verworrner geworden.
Und was man für bedeutend hält,
Ist alles auf schwache Füße gestellt.

*

Was mich tröstet in solcher Not:
Gescheite Leute, sie finden ihr Brot,
Tüchtige Männer erhalten das Land,
Hübsche Mädchen verschlingen das Band;
Wird dergleichen noch ferner geschehn,
So kann die Welt nicht untergehn.

*

»Wie hast du an der Welt noch Lust,
Da alles schon dir ist bewußt?«
Gar wohl! Das Dümmste, was geschicht,
Weil ich es weiß, verdrießt mich nicht.
Mich könnte dies und das betrüben,
Hätt ichs nicht schon in Versen geschrieben.

*

Zum starren Brei erweitert
Sah ich den See gar eben;
Ein Stein, hineingeschleudert,
Konnte keine Ringe geben.

Ein Wut-Meer sah ich schwellend,
Gischend zum Strand es fuhr;
Der Fels, hinab zerschellend,
Ließ eben auch keine Spur.

*

Dreihundert Jahre sind vorbei,
Werden auch nicht wiederkommen,
Sie haben Böses, frank und frei,
Auch Gutes mitgenommen;
Und doch von beiden ist auch euch
Der Fülle gnug geblieben:
Entzieht euch dem verstorbnen Zeug,
Lebendges laßt uns lieben!

*

Nichts ist zarter als die Vergangenheit;
Rühre sie an wie ein glühend Eisen:
Denn sie wird dir sogleich beweisen,
Du lebest auch in heißer Zeit.

*

Dreihundert Jahre sind vor der Türe,
Und wenn man das alles mit erführe,
Erführe man nur in solchen Jahren,
Was wir zusammen in dreißig erfahren.

*

Lieb und Leidenschaft können verfliegen,
Wohlwollen aber wird ewig siegen.

*

»Entfernst du dich, du liebe Seele,
Wie viel ist uns entrissen!«
Wenn ich euch auch nicht fehle,
Werdet ihr mich immer vermissen.

*

Ein Mann, der Tränen streng entwöhnt,
Mag sich ein Held erscheinen;
Doch wenns im Innern sehnt und dröhnt,
Geb ihm ein Gott – zu weinen.

*

»Du hast Unsterblichkeit im Sinn;
Kannst du uns deine Gründe nennen?«
Gar wohl! Der Hauptgrund liegt darin,
Daß wir sie nicht entbehren können.

*

Der Sinn ergreift und denkt sich was,
Die Feder eilt hiernach zu walten:
Ein flüchtig Bild, es ist gefaßt,
Allein es läßt sich nicht erhalten.

*

All unser redlichstes Bemühn
Glückt nur im unbewußten Momente.
Wie möchte denn die Rose blühn,
Wenn sie der Sonne Herrlichkeit erkennte!

*

Wär nicht das Auge sonnenhaft,
Die Sonne könnt es nie erblicken;
Lag nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt uns Göttliches entzücken?

*

Was auch als Wahrheit oder Fabel
In tausend Büchern dir erscheint,
Das alles ist ein Turm zu Babel,
Wenn es die Liebe nicht vereint.

*

Das Beste in der Welt
Ist ohne Dank;
Gesunder Mensch ohne Geld
Ist halb krank.

*

Wohl! wer auf rechter Spur
Sich in der Stille siedelt;
Im Offnen tanzt sichs nur,
Solang Fortuna fiedelt.

*

Du irrest, Salomo!
Nicht alles nenn ich eitel:
Bleibt doch dem Greise selbst
Noch immer Wein und Beutel.

*

Überall trinkt man guten Wein,
Jedes Gefäß genügt dem Zecher;
Doch soll es mit Wonne getrunken sein,
So wünsch ich mir künstlichen griechischen Becher.

*

Künstler! zeiget nur den Augen
Farben-Fülle, reines Rund!
Was den Seelen möge taugen:
Seid gesund und wirkt gesund.

*

Entweicht, wo düstre Dummheit gerne schweift,
Inbrünstig aufnimmt, was sie nicht begreift,
Wo Schreckens-Märchen schleichen, stutzend fliehn
Und unermeßlich Maße lang sich ziehn.

*

Modergrün aus Dantes Hölle
Bannet fern von eurem Kreis,
Ladet zu der klaren Quelle
Glücklich Naturell und Fleiß.

*

Da wird er nun gescholten, gelobt –
Und bleibt immer ein Dichter.

*

Es schnurrt mein Tagebuch
Am Bratenwender:
Nichts schreibt sich leichter voll
Als ein Kalender.

*

»Ruf ich, da will mir keiner horchen;
Hab ich das um die Leute verdient?«
Es möchte niemand mehr gehorchen,
Wären aber alle gern gut bedient.

*

»Wann wird der Herr seine Freude sehn?«
Wenn er befiehlt mit Sinnen
Ehrlichen Leuten, die's recht verstehn,
Und läßt sie was gewinnen.

*

»Wer ist ein unbrauchbarer Mann?«
Der nicht befehlen und auch nicht gehorchen kann.

*

»Sage, warum dich die Menschen verlassen?«
Glaubet nicht, daß sie mich deshalb hassen;
Auch bei mir will sich die Lust verlieren,
Mit irgend jemand zu konversieren.

*

So hoch die Nase reicht, da mags wohl gehn;
Was aber drüber ist, können sie nicht sehn.

*

Wie einer ist, so ist sein Gott;
Darum ward Gott so oft zu Spott.

*

»Anders lesen Knaben den Terenz,
Anders Grotius.«
Mich Knaben ärgerte die Sentenz,
Die ich nun gelten lassen muß.

*

»So widerstrebe! das wird dich adeln;
Willst vor der Feierstunde schon ruhn?«
Ich bin zu alt, um etwas zu tadeln,
Doch immer jung genug, etwas zu tun.

*

»Du bist ein wunderlicher Mann,
Warum verstummst du vor diesem Gesicht?«
Was ich nicht loben kann,
Davon sprech ich nicht.

*

»Bei mancherlei Geschäftigkeit
Hast dich ungeschickt benommen.«
Ohne jene Verrücktheit
War ich nicht so weit gekommen.

*

»Lass doch, was du halb vollbracht,
Mich und andre kennen!«
Weil es uns nur irre macht,
Wollen wirs verbrennen.

*

»Willst du uns denn nicht auch was gönnen?
Kannst ja, was mancher andre kann.«
Wenn sie mich heute verbrauchen können,
Dann bin ich ihnen ein rechter Mann.

*

Das alles ist nicht mein Bereich –
Was soll ich mir viel Sorge machen?
Die Fische schwimmen glatt im Teich
Und kümmern sich nicht um den Nachen.

*

Mit der Welt muß niemand leben,
Als wer sie brauchen will;
Ist er brauchbar und still,
Sollt er sich lieber dem Teufel ergeben,
Als zu tun, was sie will.

*

»Was lehr ich dich vor allen Dingen?«
Möchte über meinen eignen Schatten springen!

*

Sie möchten gerne frei sein.
Lange kann das einerlei sein;
Wo es aber drunter- und drübergeht,
Ein Heiliger wird angefleht;
Und wollen die alten uns nicht befreien,
So macht man sich behend einen neuen.
Im Schiffbruch jammert jedermann,
Daß keiner mehr als der andre kann.

*

Grenzlose Lebenspein
Fast, fast erdrückt sie mich!
Das wollen alle Herren sein,
Und keiner ist Herr von sich.

*

Und wenn man auch den Tyrannen ersticht,
Ist immer noch viel zu verlieren.
Sie gönnten Cäsarn das Reich nicht
Und wußtens nicht zu regieren.

*

Warum mir aber in neuster Welt
Anarchie gar so wohl gefällt? –
Ein jeder lebt nach seinem Sinn,
Das ist nun also auch mein Gewinn.
Ich laß einem jeden sein Bestreben,
Um auch nach meinem Sinne zu leben.

*

Da kann man frank und fröhlich leben:
Niemanden wird recht gegeben,
Dafür gibt man wieder niemand recht,
Machts eben gut, machts eben schlecht;
Im ganzen aber, wie man sieht,
Im Weltlauf immer doch etwas geschieht.
Was Kluges, Dummes auch je geschah,
Das nennt man Welt-Historia;
Und die Herrn Bredows künftger Zeiten
Werden daraus Tabellen bereiten,
Darin studiert die Jugend mit Fleiß,
Was sie nie zu begreifen weiß.

*

Wie es in der Welt so geht –
Weiß man, was geschah?
Und was auf dem Papiere steht,
Das steht eben da.

*

Das Weltregiment – über Nacht
Seine Formen hab ich durchgedacht:
Den hehren Despoten lieb ich im Krieg,
Verständigen Monarchen gleich hinter dem Sieg;
Dann wünscht ich jedoch, daß alle die Trauten
Sich nicht gleich neben und mit ihm erbauten.
Und wie ich das hoffe, so kommt mir die Menge,
Nimmt hüben und drüben mich derb ins Gedränge;
Von da verlier ich alle Spur. –
Was will mir Gott für Lehre daraus gönnen?
Daß wir uns eben alle nur
Auf kurze Zeit regieren können.

*

Ich tadl euch nicht,
Ich lob euch nicht;
Aber ich spaße.
Dem klugen Wicht
Fährts ins Gesicht
Und in die Nase.

*

Und wenn er ganz gewaltig niest,
Wer weiß, was dann daher entsprießt,
Und was er alles mache;
Besinnung aber hinterdrein,
Verstand, Vernunft, wo möglich rein,
Das ist die rechte Sache.

*

Soll man euch immer und immer beplappern?
Gewinnt ihr nie einen freien Blick?
Sie frieren, daß ihnen die Zähne klappern,
Das heißen sie nachher Kritik.

*

»Du sagst gar wunderliche Dinge!«
Beschaut sie nur, sie sind geringe;
Wird Vers und Reim denn angeklagt,
Wenn Leben und Prosa das Tollste sagt?

*

»Du gehst so freien Angesichts,
Mit muntern, offnen Augen!«
Ihr tauget eben alle nichts,
Warum sollt ich was taugen?

*

»Warum bist du so hochmütig?
Hast sonst nicht so die Leute gescholten!«
Wäre sehr gerne demütig,
Wenn sie mich nur so lassen wollten.

*

Wenn ich dumm bin, lassen sie mich gelten;
Wenn ich recht hab, wollen sie mich schelten.

*

Überzeugung soll mir niemand rauben;
Wers besser weiß, der mag es glauben.

*

Dem ist es schlecht in seiner Haut,
Der in seinen eignen Busen schaut.

*

»Wohin wir bei unsern Gebresten
Uns im Augenblick richten sollen?«
Denke nur immer an die Besten,
Sie mögen stecken, wo sie wollen.

*

Den Reichtum muß der Neid beteuern,
Denn er kreucht nie in leere Scheuern.

*

Soll der Neider zerplatzen,
Begib dich deiner Fratzen.

*

Soll es reichlich zu dir fließen,
Reichlich andre laß genießen.

*

»Ist dein Geschenk wohl angekommen?«
Sie haben es eben nicht übelgenommen.

*

Der Teufel! sie ist nicht gering,
Wie ich von weitem spüre;
Nun schelten sie das arme Ding,
Daß sie euch so verführe.
Erinnert euch, verfluchtes Pack,
Des paradiesischen Falles!
Hat euch die Schöne nur im Sack,
So gilt sie euch für alles.

*

Kommt andrer wohl und heiter und schenkt.
Das sind die besten Intressen,
Die Schuldner und Gläubiger vergessen.

*

»Ich bin ein armer Mann,
Schätze mich aber nicht gering.«
Die Armut ist ein ehrlich Ding,
Wer mit umgehn kann.

*

Erlauchte Bettler hab ich gekannt,
Künstler und Philosophen genannt;
Doch wüßt ich niemand, ungeprahlt,
Der seine Zeche besser bezahlt.

*

»Was hat dich nur von uns entfernt?«
Hab immer den Plutarch gelesen.
»Was hast du denn dabei gelernt?«
Sind eben alles Menschen gewesen.

*

Cato wollte wohl andre strafen;
Selbander mocht er gerne schlafen.

*

Deshalb er sich zur Unzeit
Mit Schwiegertochter und Sohn entzweit,
Auch eine junge Frau genommen,
Welches ihm gar nicht wohl bekommen;
Wie Kaiser Friedrich der Letzte
Väterlich auseinandersetzte.

*

»Was willst du, redend zur Menge,
Dich selbst fürtrefflich preisen?«
Cato selbst war ruhmredig, der Strenge;
Plutarch wills ihm gar ernst verweisen.

*

Man könnt erzogene Kinder gebären,
Wenn die Eltern erzogen wären.

*

Was ich in meinem Haus ertrag,
Das sieht ein Fremder am ersten Tag;
Doch ändert er sichs nicht zuliebe,
Und wenn er hundert Jahre bliebe.

*

Wie auch die Welt sich stellen mag,
Der Tag immer belügt den Tag.

*

Dagegen man auch nicht gerne hört,
Wenn der Tag den Tag zerstört.

*

Ich bin euch sämtlichen zur Last,
Einigen auch sogar verhaßt;
Das hat aber gar nichts zu sagen:
Denn mir behagts in alten Tagen,
So wie es mir in jungen behagte,
Daß ich nach alt und jung nicht fragte.

*

Mit sich selbst zu Rate gehn,
Immer wirds am besten stehn;
Gern im Freien, gern zu Haus,
Lausche da und dort hinaus
Und kontrolliere dich für und für,
Da horchen alt und jung nach dir.

*

Die Xenien, sie wandeln zahm,
Der Dichter hält sich nicht für lahm;
Belieben euch aber geschärftere Sachen,
So wartet, bis die wilden erwachen.

*

Ich habe diesem edlen Kreis
Durch Bildung mich empfohlen,
Und wer es etwa besser weiß,
Der mags woanders holen.

*

»Wohin willst du dich wenden?«
Nach Weimar-Jena, der großen Stadt,
Die an beiden Enden
Viel Gutes hat.

*

Gar nichts Neues sagt ihr mir!
Unvollkommen war ich ohne Zweifel.
Was ihr an mir tadelt, dumme Teufel,
Ich weiß es besser als ihr!

*

»Sag mir doch! von deinen Gegnern
Warum willst du gar nichts wissen?«
Sag mir doch! ob du dahin trittst,
Wo man in den Weg ...?

*

Jude

Sie machen immerfort Chausseen,
Bis niemand vor Wegegeld reisen kann!

Student

Mit den Wissenschaften wirds auch so gehen;
Eine jede quält ihren eignen Mann.

*

»Was ist denn die Wissenschaft?«
Sie ist nur des Lebens Kraft.
Ihr erzeuget nicht das Leben,
Leben erst muß Leben geben.

*

»Wie ist denn wohl ein Theaterbau?«
Ich weiß es wirklich sehr genau:
Man pfercht das Brennlichste zusammen,
Da stehts denn alsobald in Flammen.

*

»Wie reizt doch das die Leute so sehr?
Was laufen sie wieder ins Schauspiel-Haus?«
Es ist doch etwas Weniges mehr,
Als sah man grade zum Fenster hinaus.

*

Konversations-Lexikon heißts mit Recht,
Weil, wenn die Konversation ist schlecht,
Jedermann
Zur Konversation es nutzen kann.

*

Wie sollen wir denn da gesunden?
Haben weder Außen noch Innen gefunden.

*

Was haben wir da gefunden?
Wir wissen weder oben noch unten.

*

Mit diesem Versatilen
Scheint nur das Wort zu spielen;
Doch wirkt ein Wort so mächtig,
Ist der Gedanke trächtig.

*

Wenn sie aus deinem Korbe naschen,
Behalte noch etwas in der Taschen.

*

Sollen dich die Dohlen nicht umschrein,
Mußt nicht Knopf auf dem Kirchturm sein.

*

Man zieht den Toten ihr ehrenvolles Gewand an
Und denkt nicht, daß man zunächst auch wohl balsamiert wird;
Ruinen sieht man als malerisch interessant an
Und fühlt nicht, daß man soeben auch ruiniert wird.

*

Und wo die Freunde verfaulen,
Das ist ganz einerlei,
Ob unter Marmor-Saulen
Oder im Rasen frei.
Der Lebende bedenke,
Wenn auch der Tag ihm mault,
Daß er den Freunden schenke,
Was nie und nimmer fault.

*

»Hast du das alles nicht bedacht?
Wir habens doch in unserm Orden.«
Ich hätt es gern euch recht gemacht,
Es wäre aber nichts geworden.

*

Noch bin ich gleich von euch entfernt,
Hass euch Zyklopen und Silbenfresser!
Ich habe nichts von euch gelernt,
Ihr wußtets immer besser.

*

Die Jugend ist vergessen
Aus geteilten Interessen;
Das Alter ist vergessen
Aus Mangel an Interessen.

*

»Brich doch mit diesem Lump sogleich,
Er machte dir einen Schelmenstreich;
Wie kannst du mit ihm leben?«

Das Gute schelten? – Magsts probieren!
Es geht, wenn du dich frech erkühnst;
Doch treten, wenns die Menschen spüren,
Sie dich in Quark, wie dus verdienst.

*

Jeder solcher Lumpenhunde
Wird vom zweiten abgetan;
Sei nur brav zu jeder Stunde,
Niemand hat dir etwas an.

*

Komm her! wir setzen uns zu Tisch;
Wen möchte solche Narrheit rühren!
Die Welt geht auseinander wie ein fauler Fisch,
Wir wollen sie nicht balsamieren.

*

Sage mir ein weiser Mann,
Was das Mick-Mack heißen kann?
Solch zweideutig Achseltragen
Nutzen wirds nicht, noch behagen.

*

Ihr seht uns an mit scheelem Blick,
Ihr schwanket vor, ihr schwankt zurück
Und häufet Zeil auf Zeile.
So zerret Lesers dürftig Ohr
Mit vielgequirltem Phrasen-Flor;
Uns habt ihr nicht am Seile!
Die W. K. Fs,
Mit ihren Treffs,
Sie wirken noch eine Weile.

*

Der trockne Versemann
Weiß nur zu tadeln;
Ja, wer nicht ehren kann,
Der kann nicht adeln.

*

»So lass doch auch noch diese gelten,
Bist ja im Urteil sonst gelind!«
Sie sollen nicht die schlechten Dichter schelten,
Da sie nicht vielmal besser sind.

*

Deinen Vorteil zwar verstehst du,
Doch verstehst nicht, aufzuräumen;
Haß und Widerwillen säst du,
Und dergleichen wird auch keimen.

*

Will einer sich gewöhnen,
So seis zum Guten, zum Schönen.
Man tue nur das Rechte,
Am Ende duckt, am Ende dient der Schlechte.

*

Es darf sich einer wenig bücken,
So hockt mit einem leichten Sprung
Der Teufel gleich dem Teufel auf dem Rücken.

*

Anbete du das Feuer hundert Jahr,
Dann fall hinein, dich frißts mit Haut und Haar.

*

»Der Mond soll im Kalender stehn,
Doch auf den Straßen ist er nicht zu sehn!
Warum darauf die Polizei nicht achtet?«

Mein Freund, urteile nicht so schnell!
Du tust gewaltig klug und hell,
Wenn es in deinem Kopfe nachtet.

*

O ihr Tags- und Splitterrichter,
Splittert nur nicht alles klein!
Denn, fürwahr! der schlechtste Dichter
Wird noch euer Meister sein.

*

Habe nichts dagegen, daß ihm so sei;
Aber daß michs erfreut,
Das müßt ich lügen.
Eh ichs verstand, da sprach ich frei,
Und jetzt versteh ich mancherlei;
Warum sollt ich nun schweigen,
Uns neuen Weg zu zeigen?

*

Das ist doch nur der alte Dreck,
Werdet doch gescheiter!
Tretet nicht immer denselben Fleck,
So geht doch weiter!

*

Viel Wunderkuren gibts jetzunder,
Bedenkliche, gesteh ichs frei!
Natur und Kunst tun große Wunder;
Und es gibt Schelme nebenbei.

*

Mit diesen Menschen umzugehen,
Ist wahrlich keine große Last:
Sie werden dich recht gut verstehen,
Wenn du sie nur zum besten hast.

*

O Welt, vor deinem häßlichen Schlund
Wird guter Wille selbst zunichte.
Scheint das Licht auf einen schwarzen Grund,
So sieht man nichts mehr von dem Lichte.

*

Mit Liebe nicht, nur mit Respekt
Können wir uns mit dir vereinen.
O Sonne, tätest du deinen Effekt,
Ohne zu scheinen!

*

Sie täten gern große Männer verehren,
Wenn diese nur auch zugleich Lumpe wären.

*

Wir

Du toller Wicht, gesteh nur offen:
Man hat dich auf manchem Fehler betroffen!

Er

Jawohl! doch macht ich ihn wieder gut.

Wir

Wie denn?

Er

Ei, wie's ein jeder tut.

Wir

Wie hast du denn das angefangen?

Er

Ich hab einen neuen Fehler begangen;
Darauf waren die Leute so versessen,
Daß sie des alten gern vergessen.

*

Wie mancher auf der Geige fiedelt,
Meint er, er habe sich angesiedelt;
Auch in natürlicher Wissenschaft,
Da übt er seine geringe Kraft
Und glaubt, auf seiner Violin
Ein anderer, dritter Orpheus zu syn.
Jeder streicht zu, versucht sein Glück,
Es ist zuletzt eine Katzen-Musik.

*

Alles will reden,
Jeder will wandeln;
Ich allein soll nicht sprechen
Noch handeln.

*

Sie kauen längst an dem schlechten Bissen;
Wir spaßen, die wirs besser wissen.

*

Das ist eine von den alten Sünden;
Sie meinen: Rechnen, das sei Erfinden.

*

Und weil sie so viel Recht gehabt,
Sei ihr Unrecht mit Recht begabt.

*

Und weil ihre Wissenschaft exakt,
So sei keiner von ihnen vertrackt.

*

Man soll nicht lachen!
Sich nicht von den Leuten trennen!
Sie wollen alle machen,
Was sie nicht können.

*

Wenn du hast, das ist wohl schön,
Doch du mußt es auch verstehn.
Können, das ist große Sache,
Damit das Wollen etwas mache.

*

Hier liegt ein überschlechter Poet.
Wenn er nur niemals aufersteht!

*

Hätt ich gezaudert zu werden,
Bis man mirs Leben gegönnt,
Ich wäre noch nicht auf Erden –
Wie ihr begreifen könnt,
Wenn ihr seht, wie sie sich gebärden,
Die, um etwas zu scheinen,
Mich gerne möchten verneinen.

*

Mags die Welt zur Seite weisen,
Wenig Schüler werdens preisen,
Die an deinem Sinn entbrannt,
Wenn die Vielen dich verkannt.

*

Ein reiner Reim wird wohl begehrt;
Doch den Gedanken rein zu haben.
Die edelste von allen Gaben,
Das ist mir alle Reime wert.

*

Allerlieblichste Trochäen
Aus der Zeile zu vertreiben
Und schwerfälligste Spondeen
An die Stelle zu verleiben,
Bis zuletzt ein Vers entsteht,
Wird mich immerfort verdrießen.
Laß die Reime lieblich fließen,
Laß mich des Gesangs genießen
Und des Blicks, der mich versteht!

*

»Ein Schnippchen schlägst du doch im Sack,
Der du so ruhig scheinest;
So sag doch frank und frei dem Pack,
Wie dus mit ihnen meinest.«

Ich habe mir mit Müh und Fleiß
Gefunden, was ich suchte;
Was schiert es mich, ob jemand weiß,
Daß ich das Volk verfluchte!

*

Für mich hab ich genug erworben,
Soviel auch Widerspruch sich regt;
Sie haben meine Gedanken verdorben
Und sagen, sie hätten mich widerlegt.

*

Nur stille! nur bis morgen früh!
Denn niemand weiß recht, was er will.
Was für ein Lärm! was für eine Müh!
Ich sitze gleich und schlummre still.

*

Alles auch Meinende
Wird nicht vereint,
Weil das Erscheinende
Nicht mehr erscheint.

*

Reuchlin! wer will sich ihm vergleichen,
Zu seiner Zeit ein Wunderzeichen!
Das Fürsten- und das Städtewesen
Durchschlängelte sein Lebenslauf,
Die Heiligen Bücher schloß er auf.
Doch Pfaffen wußten sich zu rühren,
Die alles breit ins Schlechte führen;
Sie finden alles da und hie
So dumm und so absurd wie sie.
Dergleichen will mir auch begegnen;
Bin unter Dache, laß es regnen:
»Denn gegen die obskuren Kutten,
Die mir zu schaden sich verquälen,
Auch mir kann es an Ulrich Hutten,
An Franz von Sickingen nicht fehlen.«

*

Am Lehrling mäkelten sie,
Nun mäkeln sie am Wandrer;
Jener lernte spät und früh,
Dieser wird kein andrer.
Beide wirken im schönen Kreise
Kräftig, wohlgemut und zart;
Lerne doch jeder nach seiner Weise,
Wandle doch jeder in seiner Art.

*

Doch ihr schadet eurem Rufe;
Weilt nicht auf der niedern Stufe,
Die ich längst schon überstieg!

*

»Die Feinde, sie bedrohen dich,
Das mehrt von Tag zu Tage sich;
Wie dir doch gar nicht graut!«
Das seh ich alles unbewegt,
Sie zerren an der Schlangenhaut,
Die jüngst ich abgelegt.
Und ist die nächste reif genung,
Ab streif ich die sogleich
Und wandle neubelebt und jung
Im frischen Götterreich.

*

Ihr guten Kinder,
Ihr armen Sünder,
Zupft mir am Mantel –
Laßt nur den Handel!
Ich werde wallen
Und lass ihn fallen;
Wer ihn erwischet,
Der ist erfrischet.

*

Über Moses Leichnam stritten
Selige mit Fluch-Dämonen;
Lag er doch in ihrer Mitten,
Kannten sie doch kein Verschonen!
Greift der stets bewußte Meister
Nochmals zum bewährten Stabe,
Hämmert auf die Pustrichs-Geister;
Engel brachten ihn zu Grabe. Die klare Welt bleibt klare Welt:
Im Auge nur ists schlecht bestellt.

*

Trage dein Übel, wie du magst,
Klage niemand dein Mißgeschick;
Wie du dem Freunde Ein Unglück klagst,
Gibt er dir gleich ein Dutzend zurück!

*

In keiner Gilde kann man sein,
Man wisse denn zu schultern fein;
Das, was sie lieben, was sie hassen,
Das muß man eben geschehen lassen;
Das, was sie wissen, läßt man gelten,
Was sie nicht wissen, muß man schelten,
Althergebrachtes weiterführen,
Das Neue klüglich retardieren;
Dann werden sie dir zugestehn,
Auch nebenher deinen Weg zu gehn.

*

Doch würden sie, könnt es gelingen,
Zum Widerruf dich pfäffisch zwingen.

*

Hemmet ihr verschmähten Freier
Nicht die schlechtgestimmte Leier,
So verzweifl ich ganz und gar;
Isis zeigt sich ohne Schleier,
Doch der Mensch, er hat den Star.

*

Die geschichtlichen Symbole –
Törig, wer sie wichtig hält;
Immer forschet er ins Hohle
Und versäumt die reiche Welt.

*

Suche nicht verborgne Weihe!
Unterm Schleier laß das Starre!
Willst du leben, guter Narre,
Sieh nur hinter dich ins Freie.

*

Einheit ewigen Lichts zu spalten,
Müssen wir für törig halten,
Wenn euch Irrtum schon genügt.
Hell und Dunkel, Licht und Schatten,
Weiß man klüglich sie zu gatten,
Ist das Farbenreich besiegt.

*

Die beiden lieben sich gar fein,
Mögen nicht ohne einander sein;
Wie eins im andern sich verliert,
Manch buntes Kind sich ausgebiert.
Im eignen Auge schaue mit Lust,
Was Plato von Anbeginn gewußt;
Denn das ist der Natur Gehalt,
Daß außen gilt, was innen galt.

*

Freunde, flieht die dunkle Kammer,
Wo man euch das Licht verzwickt
Und mit kümmerlichstem Jammer
Sich verschrobnen Bildern bückt.
Abergläubische Verehrer
Gabs die Jahre her genug,
In den Köpfen eurer Lehrer
Laßt Gespenst und Wahn und Trug.

*

Wenn der Blick an heitern Tagen
Sich zur Himmelsbläue lenkt,
Beim Sirok der Sonnenwagen
Purpurrot sich niedersenkt:
Kaum wendet der edle Werner den Rücken,
Zerstört man das Poseidaonische Reich;
Wenn alle sich vor Hephästos bücken,
Ich kann es nicht sogleich;
Ich weiß nur in der Folge zu schätzen.
Schon hab ich manches Credo verpaßt;
Mir sind sie alle gleich verhaßt,
Neue Götter und Götzen.

*

Ursprünglich eignen Sinn
Laß dir nicht rauben!
Woran die Menge glaubt,
Ist leicht zu glauben.

Natürlich, mit Verstand
Sei du beflissen;
Was der Gescheite weiß,
Ist schwer zu wissen.

*

Je mehr man kennt, je mehr man weiß,
Erkennt man: alles dreht im Kreis;
Erst lehrt man jenes, lehrt man dies,
Nun aber waltet ganz gewiß
Im innern Erdenspatium
Pyro-Hydrophylacium,
Damits der Erden Oberfläche
An Feuer und Wasser nicht gebreche.
Wo käme denn ein Ding sonst her,
Wenn es nicht längst schon fertig wär?
So ist denn, eh man sichs versah,
Der Pater Kircher wieder da.
Will mich jedoch des Worts nicht schämen:
Wir tasten ewig an Problemen.

*

Keine Gluten, keine Meere
Geb ich in dem Innern zu;
Doch allherrschend waltet Schwere,
Nicht verdammt zu Tod und Ruh.

Vom lebendigen Gott lebendig,
Durch den Geist, der alles regt,
Wechselt sie, nicht unbeständig,
Immer in sich selbst bewegt.

Seht nur hin! ihr werdets fassen!
Wenn Merkur sich hebt und neigt,
Wird im Anziehn, im Entlassen
Atmosphäre schwer und leicht.

*

Mir genügt nicht eure Lehre:
Ebb und Flut der Atmosphäre –
Denk sichs jeder, wie er kann!
Will mich nur an Hermes halten,
Denn des Barometers Walten
Ist der Witterung Tyrann.

*

Westen mag die Luft regieren,
Sturm und Flut nach Osten führen,
Wenn Merkur sich schläfrig zeigt;
Aller Elemente Toben,
Osther ist es aufgehoben,
Wenn er aus dem Schlummer steigt.

*

Das Leben wohnt in jedem Sterne:
Er wandelt mit den andern gerne
Die selbsterwählte, reine Bahn;
Im innern Erdenball pulsieren
Die Kräfte, die zur Nacht uns führen
Und wieder zu dem Tag heran.

*

Wenn im Unendlichen dasselbe
Sich wiederholend ewig fließt,
Das tausendfältige Gewölbe
Sich kräftig ineinander schließt,
Strömt Lebenslust aus allen Dingen,
Dem kleinsten wie dem größten Stern,
Und alles Drängen, alles Ringen
Ist ewige Ruh in Gott dem Herrn.

*

Nachts, wann gute Geister schweifen,
Schlaf dir von der Stirne streifen,
Mondenlicht und Sternenflimmern
Dich mit ewigem All umschimmern,
Scheinst du dir entkörpert schon,
Wagest dich an Gottes Thron.

*

Aber wenn der Tag die Welt
Wieder auf die Füße stellt,
Schwerlich möcht er dirs erfüllen
Mit der Frühe bestem Willen;
Zu Mittag schon wandelt sich
Morgentraum gar wunderlich.

*

Sei du im Leben wie im Wissen
Durchaus der reinen Fahrt beflissen;
Wenn Sturm und Strömung stoßen, zerrn,
Sie werden doch nicht deine Herrn;
Kompaß und Pol-Stern, Zeitenmesser
Und Sonn und Mond verstehst du besser,
Vollendest so nach deiner Art
Mit stillen Freuden deine Fahrt.
Besonders wenn dichs nicht verdrießt,
Wo sich der Weg im Kreise schließt;
Der Weltumsegler freudig trifft
Den Hafen, wo er ausgeschifft.

*

Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis,
Wenn man ihn wohl zu pflegen weiß.

*

Wenn Kindesblick begierig schaut,
Er findet des Vaters Haus gebaut;
Und wenn das Ohr sich erst vertraut,
Ihm tönt der Muttersprache Laut.
Gewahrt es dies und jenes nah,
Man fabelt ihm, was fern geschah,
Umsittigt ihn, wächst er heran;
Er findet eben alles getan,
Man rühmt ihm dies, man preist ihm das:
Er wäre gar gern auch etwas.
Wie er soll wirken, schaffen, lieben,
Das steht ja alles schon geschrieben
Und, was noch schlimmer ist, gedruckt.
Da steht der junge Mensch verduckt,
Und endlich wird ihm offenbar:
Er sei nur, was ein andrer war.

*

Gern wär ich Überliefrung los
Und ganz original;
Doch ist das Unternehmen groß
Und führt in manche Qual.
Als Autochthone rechnet ich
Es mir zur höchsten Ehre,
Wenn ich nicht gar zu wunderlich
Selbst Überliefrung wäre.

*

Vom Vater hab ich die Statur,
Des Lebens ernstes Führen,
Vom Mütterchen die Frohnatur
Und Lust zu fabulieren.
Urahnherr war der Schönsten hold,
Das spukt so hin und wieder;
Urahnfrau liebte Schmuck und Gold,
Das zuckt wohl durch die Glieder.
Sind nun die Elemente nicht
Aus dem Komplex zu trennen,
Was ist denn an dem ganzen Wicht
Original zu nennen?

*

Teilen kann ich nicht das Leben,
Nicht das Innen, noch das Außen,
Allen muß das Ganze geben,
Um mit euch und mir zu hausen.
Immer hab ich nur geschrieben,
Wie ichs fühle, wie ichs meine,
Und so spalt ich mich, ihr Lieben,
Und bin immerfort der Eine.

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