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Gedichte

Wilhelm Busch: Gedichte - Kapitel 11
Quellenangabe
titleGedichte
authorWilhelm Busch
typepoem
modified20171101
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Das Lied von der roten Nase

              Meine schöne rote Nase
Kommt mir gar nicht übel für,
Und daß ihr darüber spottet,
Freunde, das verbitt' ich mir.

Diese Nase ist mein eigen,
Ist in manchem Sturm erprobt,
Und wenn andre sie nicht loben,
Sei sie von mir selbst gelobt.

Ja, ich trage sie mit Stolze
Auf dem Meer und auf dem Land,
Denn ich hab', ihr könnt mir's glauben,
Manchen Gulden dran gewandt.

Treulich hat sie mich begleitet,
Bald zum Schnaps und bald zum Wein,
Darum glänzt sie auch so prächtig
Wie ein roter Edelstein. –

Und wenn erst die Stürme sausen
Durch das Land zur Winterszeit,
Dann erst steht sie recht im Glanze
Und in voller Herrlichkeit.

Dann will sie mir oft erscheinen,
Wenn ich sie im Spiegel schau',
Wie die schönste Purpurrose,
Frisch benetzt vom Morgentau.

Eine Rose, die symbolisch
Meinem ahnungsvollen Geist
Nach den rauhen Winterstürmen
Frühlings Wiederkehr verheißt.

Eine Rose, nicht wie andre,
Die, von rascher Glut erregt,
Bald verblühen und verblassen,
Wenn man sie zum Ofen trägt.

Nein! Sie ist die Wunderrose,
Die gepriesen oft im Lied!
»Jene Rose ohne Dornen,
Die zu allen Zeiten blüht.«

 


 

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