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Christian Schubart: Gedichte - Kapitel 41
Quellenangabe
titleGedichte
authorChristian Friedrich Daniel Schubart
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020622
modified20170929
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Vater unser

              Jehovah! den mit Zittern
Das Heer der Geister ehrt,
Und den aus Nachtgewittern
Der Sünder donnren hört,
Den Erd und Himmel kennen –
Dich darf ich Vater nennen,
Dein Sohn hat michs gelehrt.

Mein Vater! Himmelswonne
Liegt in dem Namen! Dich,
Den Schöpfer dieser Sonne,
Dich, Welterhalter, Dich!
Darf ich als Vater loben,
Wie deine Geister droben;
Als Kind erhörst du mich!

Ihr Kinder, so versammelt
Euch um des Vaters Thron;
Gebete, die ihr stammelt,
Sind ihm ein süßer Ton.
Ja, Vater! hör uns singen;
Wann wir mit Ohnmacht ringen,
So sieh auf deinen Sohn.

Laß deines Namens Ehre
Uns Menschen heilig seyn;
Ihn müsse falsche Lehre
Und Laster nie entweihn.
O, unser Vater! flöße
Erkenntniß deiner Größe
In unsre Herzen ein!

O laß es kommen, kommen
Dein Reich voll Recht und Licht,
Zur Rettung deiner Frommen,
Den Frevlern zum Gericht,
Vertilge bald die Rotte,
Die mit verfluchtem Spotte
Von deinem Sohne spricht.

Herr! es gescheh' dein Wille,
Wie dort, so in der Zeit;
Mit Demuth, Herzensstille,
Und Engelschnelligkeit;
Erklär' es unsern Seelen,
Wann wir aus Schwachheit fehlen,
Was uns dein Wort gebeut.

Still unsre Erdensorgen;
Gieb Hülle, Trank und Brod,
Nur heute; denn der Morgen
Findt uns vielleicht schon todt.
Wann Noth und Mangel drücken,
Lehr auf zu dir uns blicken,
Dem Stiller jeder Noth.

Vergieb uns unsre Sünden,
Du bist ja voll Geduld;
Kein Engel kann ergründen
Die Tiefe deiner Huld.
Schenkst du uns Schuld und Leben,
So laß uns auch vergeben
Den Brüdern ihre Schuld.

Schwingst du die Vaterruthe,
Versucht uns Höll' und Welt,
So rüst uns mit dem Muthe,
Der uns im Kampf erhält;
Sey du des Schwachen Stütze,
Wann in des Kampfes Hitze
Ihm Muth und Kraft entfällt.

Erlös uns von dem Bösen
Durch sanften Christentod;
Wer kann uns sonst erlößen,
Als du, aus aller Noth?
Aus Armuth, Krankheit, Banden,
Verführung, Schmach und Schanden,
Und was uns Armen droht.

Dein ist das Reich, die Ehre,
Macht, Kraft und Herrlichkeit!
Dir jauchzen Engelheere,
Dir tönt das Lied der Zeit!
Preis deinem großen Namen
Jehovah! Amen! Amen
Jetzt, und in Ewigkeit!

 


 

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