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Christian Schubart: Gedichte - Kapitel 21
Quellenangabe
titleGedichte
authorChristian Friedrich Daniel Schubart
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020622
modified20170929
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Eheliche Gutenacht

        Gute Nacht!
Unser Taglauf ist vollbracht,
Goldne Sternlein äugeln wieder
Von des Himmels Zinne nieder;
Und des Mondes Scheibe lacht,
Gute Nacht!

Zum Klavier,
Herzensweibchen, eilen wir! –
Um ins Goldgeweb' zu spielen,
Was wir für einander fühlen;
Ich mit dir und du mit mir,
Am Klavier.

Gottes Ruh'
Säuselt uns vom Himmel zu;
Bringt uns der Empfindung Fülle,
Zärtlichkeit und Herzensstille,
Ach ich fühle sie wie du
Gottes Ruh'.

O gewiß, Welt,
Welt du bist ein Paradies;
Wenn wir schon im Erdenleben
Liebe nehmen, Liebe geben; –
Welt, so bist du uns gewiß
Paradies.

>

Schimmernd fällt
Unsre Thrän' dem Herrn der Welt.
Ach! dem Stifter unsrer Ehe
Flammt der Dank zur fernsten Höhe! –
Sieh, die Zähre, Herr der Welt,
Wie sie fällt! –

Gute Nacht!
Sieh den Mond in stiller Pracht
Uns mit goldenen Strahlen winken,
Um in deinen Arm zu sinken,
Weib, zur Wonne mir gemacht. –
Gute Nacht!

 


 

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