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Christian Schubart: Gedichte - Kapitel 13
Quellenangabe
titleGedichte
authorChristian Friedrich Daniel Schubart
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020622
modified20170929
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Frage

        Warum ist mir das Morgenroth
So blutgestreift? die Welt so todt?
Warum strahlt mir das Sonnelicht
Oft so beschwerlich ins Gesicht?
Und warum weint die Wolke mir?
Was traurt der Linde Blüthenzier?
Die Lüfte wimmern: jedes Bild
Ist mir in Trauerflor gehüllt!
Der Thau, beglänzt vom Sonnenschein,
Däucht mir, vom Schnmerz geweint zu seyn,
Die Wohlgerüche in der Luft
Umschwimmen mich wie Gräberduft;
Die lieben Blümlein allzumal
Sind mir versengt vom Sonnenstrahl.
Der Vogel aus der Luft herab
Tönt mir, wie Sterbgesang am Grab;
Und alles, alles um mich her
Scheint kummervoll und thr äneschwer.
Die Farben grün und weiß und roth,
Sind abgestanden, schwarz und todt.
Die Menschen. derenTrost ich such',
Sind Geister, die im Leichentuch
Mich ansehn bleich, und furchtbarstumm.
Du guter Gott! warum, warum?
Hast du der ganzen Erde Pracht
Zu einem Todtenschlund gemacht? –
Ach nein! die Welt ist noch, wie vor,
Nur dem, der, Freiheit! dich verlor
Ist diese Welt, so schön gemacht,
Ein Todtenschlund voll Fluch und Nacht
Wo alles heult, den Schädel schlägt,
Verzweiflung brüllt, – und Ketten trägt!
O Gott im Himmel mach mich frei
Aus dieser Höllentäuscherei –.

 


 

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