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Moritz Graf Strachwitz: Gedichte - Kapitel 9
Quellenangabe
titleGedichte
authorMoritz von Strachwitz
yearca. 1935
publisherDeutsche Hausbücherei
addressHamburg
created20011215
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170929
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Streitlust

                            Mein Herz erwacht,
        Es schlägt mit Macht,
Mein Arm ist fest und sehnig;
    Die Liebesfehde, die Harfenschlacht,
Sie sind mir viel zu wenig;
        Ich habe gezecht
        Im Bechergefecht,
Mag nicht mehr schwärmen und zechen;
    Und wenn ihr Flaschenhälse zerbrecht,
Möcht' ich andere Hälse brechen.

        Aus des Mädchens Schoß,
        Da ringt auch los,
Und zerdrücket die letzte Träne;
    Der Schlachtenjubel, das Schlachtengetos,
Das ist es, was ich ersehne;
        Von dem Rosenpfühl
        In das Speergewühl
Ein Jeder gepanzert springe;
    Zerreißt das tönende Saitenspiel
Und ergreift die pfeifende Klinge!

        Ans Schwert die Hand!
        An der steinernen Wand
Zerschmettert die klirrenden Humpen!
    Zum Kampf die Paniere ausspannt!
Zum Kampf mit Schelmen und Lumpen!
        An das Streitroß fest
        Den Schenkel gepreßt,
In die Flanke gehauen die Sporen!
    Und wer den Zügel nicht schießen läßt,
Der habe das Rennen verloren!

 


 

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