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Moritz Graf Strachwitz: Gedichte - Kapitel 82
Quellenangabe
titleGedichte
authorMoritz von Strachwitz
yearca. 1935
publisherDeutsche Hausbücherei
addressHamburg
created20011215
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170929
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Auf der Heide

            Ein blutiges Lied! – es stirbt die Nacht,
Auf der Heide jubelt der Wind der Schlacht! –
Ihre Schwerter sind blau, ihre Banner rot,
Und sie reiten hinein in den roten Tod
        Wohl über die breite Heide!

Und einer voran, sein Streithengst fliegt,
Sein Herz sich über den Wolken wiegt.
Eine Rose blüht auf des Feindes Wall,
Nach der Rose sieht er allüberall
        Wohl über die dunkle Heide!

Sein Sporn ist scharf, sein Herz ist frisch,
Die Blume, die blüht so zauberisch.
Einen tüchtigen Satz und drauf und drein –
»O Rose, du mußt mein eigen sein!« –
        Vom Hufschlag donnert die Heide.

Einen tüchtigen Satz! Die Kugel pfeift,
Er greift nach dem Herzen, er wird geschleift.
Der Hengst reißt aus mit dem Ritter wert,
Daß blutendes Haar die Heide kehrt,
        Die Heide, die rote Heide! –

Der Mann bin ich, ich war einst jung,
So trotzig mein Herz, so hoch sein Schwung.
Mein freudiges Leben setzt' ich ein,
Denn die Rose sollte gewonnen sein,
        Die herrliche Rose der Heide!

Vorbei, vorbei! Der Schuß traf vorn.
O süße Rose, wie brennt dein Dorn!
Durch das Leben geschleift von Zorn und Qual,
Wann steht das Roß, wann ruhst du einmal,
        Mein Herz, tief unter der Heide?

 


 

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