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Moritz Graf Strachwitz: Gedichte - Kapitel 8
Quellenangabe
titleGedichte
authorMoritz von Strachwitz
yearca. 1935
publisherDeutsche Hausbücherei
addressHamburg
created20011215
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170929
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Lebensansicht

      Hört auf zu mir zu sprechen,
    Ihr sprecht zu Stein und Holz,
Ihr sollt mir ihn nicht brechen,
    Den freud'gen Jugendstolz.

Ihr sollt mich nicht bereden,
    Daß alle Menschen schlecht,
Daß ganz in einem Jeden
    Erstorben sei das Recht.

Das Licht, es ist so blaß nicht,
    Als ihr es immer meint,
Der Nebel ist so graß nicht,
    Als ihr es stets beweint.

Die Welt ist nicht so schändlich,
    Als ihr es immer sagt,
Die Not nicht so unendlich,
    Als ihr es stets beklagt.

Der Himmel hat von Sonnen
    Noch eine große Schar,
Es ist von allen Wonnen
    Die Erde noch nicht bar.

Noch gibt es Helden bieder
    Mit Feder und mit Schwert,
Noch gibt es Heldenlieder
    Von freier Helden Wert.

Noch gibt es zarte Dichter
    Und Dichter wilder Art,
Es glühn als Sangeslichter
    Noch Frauen wunderzart.

Es ist das Gold der Rebe
    Noch lange nicht verglüht,
Des Lenzes Duftgewebe
    Hat Jahr für Jahr geblüht.

So Herzen, stolze, starke,
    Noch für das Rechte stehn,
Da darf der Hoffnung Barke
    Nicht völlig untergehn.

Und wo der Hoffnung Flammen
    Noch sprühn in einer Brust,
Da soll man nicht verdammen
    Die frische Liedeslust.

Und häuft sich noch so trübe
    Ums Herz der Nebeldunst,
Das Herz sei voll von Liebe,
    Und fröhlich sei die Kunst!

 


 

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