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Moritz Graf Strachwitz: Gedichte - Kapitel 76
Quellenangabe
titleGedichte
authorMoritz von Strachwitz
yearca. 1935
publisherDeutsche Hausbücherei
addressHamburg
created20011215
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170929
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Hie Welf!

                  Fürwahr, ihr Langobarden, das war ein schwerer Tritt,
den Friedrich Barbarossa durch Mailands Bresche ritt!
Licht war das Roß des Kaisers, ein Schimmel von Geburt,
das war mit welschem Blut gescheckt bis über den Sattelgurt.

Es saß der Hohenstaufe in Stahl von Fuß zu Kopf,
er stemmte wider die Hüfte den schweren Schwertesknopf,
das Haupt zurückgeworfen, die Lippe kniff sich schlimm,
sein Bart stob all' zu Berge und jedes Haar war Grimm.

Wie lagest du, o Mailand, du, sonst so hoch und frei,
zertreten im blutigen Staube, du Perle der Lombardei!
Der Schutt im Winde wirbelte, wo Säulen geragt unlängst,
und über dem Marmor stampfte der schwerhufige Friesenhengst.

Und Stille über den Trümmern und Stille in dem Troß,
Da zügelte der Rächer sein kaiserliches Roß.
Und tiefer ward die Stille, denn alles stand zur Stell',
quer auf des Siegers Wege lag ein sterbender Rebell.

Der bäumte sich gewaltig mit halbem Leib hochauf
und sah mit unauslöschlichem, tödlichem Grimm herauf!
Er wimmerte nicht: Erbarmen! Er winselte nicht: Gott helf'!
Er knirschte unter dem Helme vor sein trotziges: Hie Welf!

Das packte den Vertilger, wie fest er sich geglaubt,
ihm schlug ein schwarzer Gedanke die schweren Flügel ums Haupt:
er sah an südlichem Meere ein dunkelrot' Schafott,
drauf kniete der letzte Staufe das letzte Mal vor Gott.

 


 

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