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Moritz Graf Strachwitz: Gedichte - Kapitel 60
Quellenangabe
titleGedichte
authorMoritz von Strachwitz
yearca. 1935
publisherDeutsche Hausbücherei
addressHamburg
created20011215
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170929
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Maalstromssage

    Der Wind wird frisch und frischer,
    Das Boot geht schneebeschwingt,
Der alte Norwegs-Fischer
          Steuert und singt.

Ein dunkles Lied! Die Schären
    Erklingen bei jedem Wort,
Und über den rollenden Meeren
          Zittert es fort:

Es liegt im Meeresgrunde
    Die Schlange Jormungand,
Sie hält die Erdenrunde
          Dreimal umspannt.

Und wo im Wirbeldrange
    Des Maalstroms Strudel schnaubt,
Da liegt der Midgardschlange
          Mähniges Haupt.

Sie liegt auf Menschengebein und
    Ihr Rachen gähnt weit auf,
Sie saugt den Odem ein und
          Stößt ihn hinauf.

Sie atmet wohl im Fluge
    Hinunter die stärkste Flott',
Vor ihrem Atemzuge
          Schütze uns Gott! –

Das Lied erstarb im Säuseln,
    Wir schauten über Bord,
Im Wasser ging ein Kräuseln
          Leise nach Nord.

Es kam ich dumpfes Brüllen
    Aus Norden schwer heran,
Wir aber lenkten im stillen
          Südwärts den Kahn.

 


 

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