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Moritz Graf Strachwitz: Gedichte - Kapitel 56
Quellenangabe
titleGedichte
authorMoritz von Strachwitz
yearca. 1935
publisherDeutsche Hausbücherei
addressHamburg
created20011215
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170929
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Gebet auf den Wassern

        Die Nacht ist hehr und heiter,
    Das Land ist weit, wie weit!
Es ruht das Meer in breiter
    Smaragdener Herrlichkeit.

Mir ist zu Mut, als schliefe
    Der Woge Grimm und Macht,
Und schwebte über der Tiefe
    Der Herr durch die heilige Nacht.

Mir ist, als müßt' ich zur Stunde
    Hinsinken tief und jäh
Zum grünsten Meeresgrunde,
    O Herr, vor deiner Näh'!

Mir ist, als müßte hoch über
    Mir ruhn die feuchte Gruft,
Und dieses Lied darüber
    Wehen als Morgenluft.

 


 

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