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Moritz Graf Strachwitz: Gedichte - Kapitel 37
Quellenangabe
titleGedichte
authorMoritz von Strachwitz
yearca. 1935
publisherDeutsche Hausbücherei
addressHamburg
created20011215
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170929
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Mein altes Roß

            Mein altes Roß,
    Mein Spielgenoß,
Was siehst du mich wiehernd an?
    Deine Sehne, wie lahm!
    Meine Seele, wie zahm!
Wie reiten nicht mehr hindan!

    Du schüttelst dein Haupt,
    Deine Nüster schnaubt!
Ich glaube, du träumst, Kamerad:
    Wir fliegen zusamm
    Übern Bergeskamm
Den alten geliebten Pfad!

    Ein knarrendes Tor,
    Du scharrst davor,
Deine schäumende Stange tropft!
    Ein rauschend Gewand,
    Eine weiße Hand,
Die den funkelnden Hals dir klopft!

    Es stäubt der Kies,
    Schlaf süß, schlaf süß;
Und hinaus in die blauende Nacht!
    Auf tauigem Rain
    Im Mondenschein
Dahin mit Macht, mit Macht!

    Verhängt den Zaum,
    Im Herzen ein Traum,
Auf der Lippe den letzten Kuß;
    Dumpfhallender Huf
    Und Wachtelruf
Und fern ein rauschender Fluß!

    Der Nachtwind haucht
    Das Mondlicht taucht
In das silberwogende Korn.
    Voll blüht der Mohn
    Und mit schläfrigem Ton
Flüstert der Hagedorn!

    Einen letzten Blick
    Zurück, zurück
Auf der Liebsten schlafendes Haus!
    Mein Kamerad,
    Wie schad', wie schad',
Das alles, alles ist aus!

    Mein Kamerad,
    Den geliebten Pfad,
Den hat verweht der Schnee!
    Und das Tor verbaut,
    Und verloren die Braut,
Und mein Herz so weg, so weh!

 


 

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