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Moritz Graf Strachwitz: Gedichte - Kapitel 11
Quellenangabe
titleGedichte
authorMoritz von Strachwitz
yearca. 1935
publisherDeutsche Hausbücherei
addressHamburg
created20011215
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170929
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Wer wagt es?

                  Das Hirn der Zeit ist ehern,
    Es ist verstockt, vertaubt,
Es hat entflammten Sehern
    Noch immer nicht geglaubt.

Es hat Gebet und Jammer
    Noch nichts darüber vermocht,
Wenn man mit eisernem Hammer
    Nicht donnernd daran gepocht.

Das Roß der Zeit wälzt träge
    Am liebsten im Kote sich;
Da frommen nur Geißelschläge
    Und spitziger Sporen Stich.

Es brachte Liebkosen und Schmeicheln
    Es nimmer noch von der Stell':
Man muß es blutig streicheln,
    Sein dickes Büffelfell.

Das Feld der Zeit ist steinig,
    Es trägt nicht Blüte noch Frucht,
Der Pflug zersplittert schleunig,
    Der drin zu wühlen versucht.

Man muß mit ganzen Geschwadern
    Es stampfen locker und weich,
Man muß des Erdreichs Adern
    Aufreißen mit Schwertesstreich.

Wer reitet beherzt und wacker,
    Wer zwingt das störrische Pferd,
Wer pflügt den steinigen Acker
    Mit dem schneidigen Heldenschwert?

Das Roß bleibt unbezwungen,
    Das Feld bleibt ungestört;
Und was ich hier gesungen,
    Wird bleiben ungehört.

 


 

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