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Gedichte

Karl Simrock: Gedichte - Kapitel 51
Quellenangabe
typepoem
booktitleAusgewählte Werke / Band I
authorKarl Simrock
year1907
firstpub1907
editorGotthold Klee
publisherMax Hesse
addressLeipzig
titleGedichte
created20130319
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der weinende Trinker

        Als Anno elf gekeltert war,
Schien noch die Sonne hell und klar.

Die Sonne schien so klar und heiß;
Vor seiner Türe weint' ein Greis,

Hielt in der Hand ein Glas mit Wein
Und helle Tränen tropften drein.

»Was weinst du, guter alter Mann,
Hat dir ein Feind zu nah getan?«

»Zu nah getan hat mir kein Feind:
Ich weine, weil die Sonne scheint.«

»Wie sprichst du kindisch, unbedacht!
Wer weint denn, weil die Sonne lacht?«

»Auch wein' ich, weil der Wein so gut;
Gar köstlich schmeckt dies Traubenblut.«

»So bist du, Alter, nicht bei Trost:
Wer wäre gutem Wein erbost?

Um guten Wein und Sonnenschein
Soll man von Herzen fröhlich sein.«

Darauf der Alte schluchzend spricht:
»Das, lieber Herr, versteht Ihr nicht.

Wie würd' erst dieser Wein so gut,
Wenn er noch hing' in solcher Glut?

Daß wir zu früh gelesen han,
Darüber wein' ich alter Mann.«

Ein edler Wein wuchs Anno elf:
Daß Gott uns bald an bessern helf!

 


 

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