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Gedichte

Max Dauthendey: Gedichte - Kapitel 33
Quellenangabe
titleGedichte
authorMax Dauthendey
modified20170815
typepoem
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Nachtfalter

        Nachtfalter kommen verloren,
Wie Gedanken aus dem Dunkel geboren.
Sie müssen dem Tag aus dem Weg gehen
Und kommen zum Finster, um hellzusehen.
Und in die Nachtstille versunken
Flattern sie zuckend und trunken.
Sie haben nie Sonne, nie Honig genossen,
Die Blumen alle sind ihnen verschlossen.
Nur wo bei Lampen die Sehnsucht wacht,
Verliebte sich grämen in schlafloser Nacht,
Da stürzen sie in das Licht, sich zu wärmen,
In das Licht, das Tränen bescheint und Härmen.
Die Falter der Nacht, die Sonne nicht kennen,
Sie müssen an den Lampen der Sehnsucht verbrennen.

 


 

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