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Georg Bötticher: Gedichte - Kapitel 11
Quellenangabe
titleGedichte
authorGeorg Bötticher
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typepoem
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Fer nischt un wiedernischt

                                  An Sonntagen sein de Ziege oft voll
Un weil de Bahn alle befeerdern soll,
Bassiert's, daß wär vierter Klasse geleest,
An solchen Tagen mal ärschte reest.
So is es ä alten Bauer gegang.
Der sitzt da nu näwen ä Ehlegang,
Heechst ungemiedlich, gans steif un starre,
Un qualmt seine dicke Zweefengzigarre.
Das Ding verbreitet ä Mordsgestank!
Den Ehleganden macht's feermlich krank.
Verbieten gann ersch d'n Bauer nich:
Weil er selwer roocht, wär das lächerlich.
Zuletzt, um nur den Gestank zu beenden,
Beschließt'r, 's Eißerschte dran ze wenden.
Er hat nur noch drei Zigarren, sehr stark,
Hochfeine Imborden, das Stick änne Mark.
Er erhebt sich un steeßt unversähns – där Gunde! –
Mein Bauer de Babbel aus'n Munde.
Daß därsche nich uffhebt, stellt'r sei Been
Gleich druff un zermeerschelt se gorz und gleen.
Nachdem'n die Heemdicke glicklich gelung'n,
Ergeht'r sich in Entschuldigungen,
Zieht aus d'r Dasche ä feines Edwih
Un spricht: »Sie versuchen vielleicht einmal die?
Sie sind von den allerschlechtesten nicht. ...«
Mei Bauer feixt iewersch ganse Gesicht,
Backt mit sein globigen Fingern eene:
»Na, wenn Sie erloowen... Ich dank ooch recht scheene!«
D'r Ehlegang streicht ä Zindholz geschwinde...
»Ei nee!« spricht mei Bauer. »Das hielt'ch fer Sinde!
Die Sorte, die is fer de Reese zu fein –
Die steck'ch m'r fer d'n Sonntag ein!«
Un dadermit, heernse – gesagt, gedahn –
Brennt er sich eene von seinen ahn!

 


 

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