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Ernst Moritz Arndt: Gedichte - Kapitel 92
Quellenangabe
titleGedichte
authorErnst Moritz Arndt
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typepoem
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Als Thiers die Welschen aufgerührt hatte.

Herbstmond.   1841.

      Und brauset der Sturmwind des Krieges heran,
Und wollen die Welschen ihn haben,
So sammle, mein Deutschland, dich stark wie ein Mann
Und bringe die blutigen Gaben
Und bringe das Schrecken und trage das Grauen
Von all deinen Bergen, aus all deinen Gauen
Und klinge die Losung: »Zum Rhein! übern Rhein!
Alldeutschland in Frankreich hinein!«

Sie wollen's: So reiße denn, deutsche Geduld.
Reiß' durch von dem Belt bis zum Rheine!
Wir fordern die lange gestundete Schuld –
Auf, Welsche, und rühret die Beine.
Wir wollen im Spiele der Schwerter und Lanzen
Den wilden, den blutigen Tanz mit euch tanzen,
Wir klingen die Losung: »Zum Rhein! übern Rhein!
Alldeutschland in Frankreich hinein!«

Mein einziges Deutschland, mein kühnes, heran!
Wir wollen ein Liedlein euch singen
Von dem, was die schleichende List euch gewann,
Von Straßburg und Metz und Lothringen:
Zurück sollt ihr zahlen, heraus sollt ihr geben!
So stehe der Kampf uns auf Tod und auf Leben!
So klinge die Losung: »Zum Rhein! übern Rhein!
Alldeutschland in Frankreich hinein!«

Mein einiges Deutschland, mein freies, heran!
Sie wollen, sie sollen es haben.
Auf! sammle und rüste dich stark wie ein Mann
Und bringe die blutigen Gaben!
Du, das sie nun nimmer mit Listen zersplittern,
Erbrause wie Windsbraut aus schwarzen Gewittern!
So klinge die Losung: »Zum Rhein! übern Rhein!
Alldeutschland in Frankreich hinein!«

 


 

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