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Adelbert von Chamisso: Gedichte - Kapitel 28
Quellenangabe
titleGedichte
authorAdelbert von Chamisso
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typepoem
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Geduld.

       

Als einst in Knabenjahren
    Ich an zu kegeln fing,
Da hab' ich selbst erfahren,
    Wie's jenem Kaiser ging.

Tunelli, weiland Kaiser
    Vom Reich Aromata,
Großmächt'ger Fürst und weiser,
    Wie noch ich keinen sah.

Du Jäger unverdrossen,
    Du knalltest männlich los,
Und hatt'st du nichts erschossen,
    So lag's am Zielen bloß.

Ich aber schoß wie Keiner,
    Das Zielen nur war schuld,
Von neunen fiel nicht einer –
    Der Junge rief: Geduld.

Geduld! Geduld! – Indessen
    Bin worden grau und alt,
Hab' Kegeln schier vergessen,
    Der Ton noch immer schallt.

Geduld! Geduld! – Ihr Jungen,
    Ihr sangt ein Lied mir vor,
Euch sangen's tausend Zungen
    Vielstimmig nach im Chor.

Geduld! Geduld! – Die Weise,
    Die stimm' ich selbst noch an:
Geduld auf später Reise,
    Du müder, alter Mann!

 


 

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