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Adelbert von Chamisso: Gedichte - Kapitel 16
Quellenangabe
titleGedichte
authorAdelbert von Chamisso
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typepoem
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Auf der Wanderschaft.

1.

       

Wohl wandert' ich aus in trauriger Stund',
    Es weinte die Liebe so sehr.
Der Fuß ist mir lahm, die Schulter mir wund,
    Das Herz, das ist mir so schwer.

Was singt ihr, ihr Vögel, im Morgenlicht?
    Ihr wißt nicht, wie scheiden thut!
Es drücken euch Sorgen und Schuhe nicht,
    Ihr Vögel, ihr habt es gut!

2.

     

Der Regen strömt, die Sonne scheint,
    Es geht bergauf, es geht bergab, –
Ich denke sie, die mich nur meint,
    Sie, die mir ihre Treue gab.

Was gehst du suchend durch das Land,
    Du Müder mit ergrautem Bart? –
Ich suche nicht, was ich schon fand,
    Ich suche nicht, was mir schon ward.

Ich bin noch frisch, ich bin noch jung,
    Die Welt ist kalt und ohne Lust,
Ich hab' daheim der Freude genung,
    Es wird mir warm an ihrer Brust.

3.

         

Doch hallt nur aus der Ferne
    Ein frisches Liedchen von mir.
Der Vater eilt zu dem Kinde,
    Der Geliebte, mein Feinlieb, zu dir,

Er küßt dich auf die Stirne,
    Er küßt dich auf den Mund,
Nun sie zu dir ihn tragen,
    Sind ihm die Füße nicht wund.

 


 

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