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Gedichte

Hugo Ball: Gedichte - Kapitel 24
Quellenangabe
titleGedichte
authorHugo Ball
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typepoem
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        Komm heraus, o Herr, komm heraus, o Herr,
Und tanz mit meiner Seel.
Sie ist so rein und wohlgebaut.
Du hast sie auch schon angeschaut,
Drum ist sie ohne Fehl.

Stehe auf, o Herr, stehe auf, o Herr.
Und führe mich zum Tanz.
Durch die Lichterflut
Über Grab und Schutt.
O, du überirdischer Glanz!

Komm herab, o Herr, komm herab, o Herr,
Wir sehnen uns nach dir.
Das Herze überzückt sich fast.
Dein Wirbel hat uns angefaßt.
Nun sind wir nicht mehr hier.

Der Ohnmacht nah, wie wunderbar
Ruht sichs in deinem Arm.
Kein schlechter Mensch dringt bis hierher.
Keine Nacht und Kält und Hunger mehr.
Hier ist uns wohl und warm.

Wie du fröhlich bist, Herr Jesus Christ,
Du süßer Bräutigam!
Über Nacht und Tag, wer's fassen mag,
Wer's lassen oder hassen mag,
Die Seele zu dir kam.

Wie du löblich bist und erheblich bist,
Das ist ein himmlisch Spiel.
Wie du groß und stark und gewaltig bist.
Wie du licht- sind feuergestaltig bist,
Das sag ich nicht zuviel.

Laß nach, o Herr, laß nach, o Herr,
Mir schwindet Sinn um Sinn.
Meine Schulter hat sich müd gewiegt.
Ich weiß nicht, was mich so beglückt,
Ob ich tot oder lebend bin.

 


 

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