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Gottfried August Bürger: Gedichte - Kapitel 98
Quellenangabe
titleGedichte
authorGottfried August Bürger
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typepoem
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Mamsell La Règle.

            Halb griechische, halb auch französche Donne,
Ist Regula die wackerste Ma Bonne,
Nimmt sorgsam überall, nimmt Tag und Nacht
Die lieben Kinderchen ganz wohl in Acht;
Weiß wohlgewandt zu gängeln, weiß spazieren
Den kleinen Trupp vorsichtiglich zu führen
Und läßt fürwahr die trauten Kindelein
Gefahr und Leid nicht eben leicht bedräun.
Das kleine Volk nicht zu scandalisiren,
Mag man sich gern ein wenig mit geniren.
Oft hat's mich, wenn um Nichts und wider Nichts
So Einer da, unartigen Gezüchts,
Aus Uebermuth, der Bonne blos zum Possen,
Nicht folgsam war, oft hat's mich bald verdrossen.
Doch wenn sie gar zu steif, mit Schneckenschritt,
Durch nackte Gäng' und Sandalleen tritt
Und hin und her hofmeistert: »Fein gerade!
Hübsch Füßchen aus-, und einwärts hübsch die Wade!
Den Rücken schlank! Fein Hals und Kopf empor!
Zurück die Schultern! Bauch ein! Brust hervor!«
Und wehren will, zur Linken oder Rechten
Eins auszutraben, Strauß und Kranz zu flechten,
Das laßt hier ein, und aus zum Ohr dort wehn!
Laßt, Brüderchen, die alte Strunsel gehn!
Nur Kinder mag also ihr Laufzaum schürzen!
Was thut's, ob wir mal stolpern oder stürzen?

 


 

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