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Gottfried August Bürger: Gedichte - Kapitel 22
Quellenangabe
titleGedichte
authorGottfried August Bürger
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typepoem
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Für sie mein Eins und Alles

Sonett

      Nicht zum Fürsten hat mich das Geschick,
Nicht zum Grafen, noch zum Herrn geboren,
Und fürwahr nicht hellerswert verloren
Hat an mich das goldbeschwerte Glück.

Günstig hat auch keines Wesirs Blick
Mich im Staat zu hoher Würd erkoren.
Alles stößt, wie gegen mich verschworen,
Jeden Wunsch mir unerhört zurück.

Von der Wieg an, bis zu meinem Grabe,
Ist ein wohl ersungnes Lorbeerreis
Meine Ehr und meine ganze Habe.

Dennoch auch dies Eine, so ich weiß,
Spendet' ich mit Lust zur Opfergabe,
Wär, o Molly, dein Besitz der Preis.

 


 

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