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Gottfried August Bürger: Gedichte - Kapitel 181
Quellenangabe
titleGedichte
authorGottfried August Bürger
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typepoem
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Problem.

        Liebebewanderter Mann und liebekundiges Weib, sprich:
    Welche von zweierlei Pein dünket die peinlichste dir,
Die, wann du inniglich liebst, allein nicht wieder geliebt wirst,
    Und das andre nicht hehlt, daß es vergelten nicht kann?
Oder, wann inniglich du geliebt wirst, ohne daß du liebst,
    Und du hehlen es mußt, daß du vergelten nicht kannst?
Ach! Dort juckt dir das Herz, doch fehlt die reibende Hand dir; –
    Aber hier reibet sie dich, wo es dir leider! nicht juckt.
Beides, Beides ist peinlich und kaum dem Feinde zu gönnen,
    Aber von beiderlei Eins halt' ich am peinlichsten doch.
Dort ermannt und erhebt doch immer das rüstige Herz sich,
    Schwingt sich in Phantasus' Reich, suchet und findet oft Trost;
Aber in Ohnmacht liegt's hier auf der Wirklichkeit Boden
    Und muß halten der Pein, welcher kein Schwung es entzieht.

 


 

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