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Gottfried August Bürger: Gedichte - Kapitel 156
Quellenangabe
titleGedichte
authorGottfried August Bürger
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typepoem
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An F. M.,
als sie nach London ging.

            Könnt' auf väterlichen Auen
Ein verkümmerter Poet,
Könnt' er dir ein Hüttchen bauen,
Wie es vor dem Geist ihm steht.

In der Hütt' ein frohes Stübchen,
Groß genug für Weib und Mann,
Und zwei Mädchen oder Bübchen,
Die Gott leicht bescheren kann;

In der Stub' ein Speisetischchen,
Täglich bietend Wein und Brod,
Auch wol Brätchen oder Fischchen,
Unversalzt durch Schuldennoth;

Nebenan zur Gartenseite
Ein vertrautes Kämmerlein,
Drin ein Bett, an Läng' und Breite,
Für ein Pärchen nicht zu kein,

Wo du gern hinein dich bettest,
Wo du ruhest weich und warm,
Mit dem Mann, den du gern hättest,
Fest verschlungen Arm in Arm;

Könnte Das, mein gutes Mädchen,
Ein verarmter Leiermann,
Der nur auf dies Spinnefädchen
Wunschkorallen reihen kann:

Heut noch brächt' er froh den Schlüssel
Dir zu Stub' und Kämmerlein,
Führte dich zu Krug und Schüssel,
Spräche: »Bleib, denn dies ist dein!«

»Bleib'!« würd' er in's Ohr dir raunen,
»Hier ist gut und besser sein,
Als sich mit des Hofes Launen
Zu St. James herumkastein.« –

Aber ach! durch Sturm und Regen
Muß er fort dich wandern sehn;
Nichts kann er, als Gottes Segen
Zum Begleiter dir erflehn.

 


 

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