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Gottfried August Bürger: Gedichte - Kapitel 147
Quellenangabe
titleGedichte
authorGottfried August Bürger
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typepoem
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An Amalien.

Auf ein Stammbuchsblatt.

            Schön wie du, o Holdin, blüht der Garten,
Den des Dichters Phantasie dir schafft.
Sein als Gärtner treu und hold zu warten,
Sehnet sich des Herzens ganze Kraft.

Hundert Wünsche, Kinder, all' entsprossen
Diesem Herzen, schwärmen froh hinaus
Und durchziehn die Felder unverdrossen,
Blumen auszuspähn zum Busenstrauß.

Jeder schönsten, so die Zeiten schenken,
Jeder Blume reiner Lebenslust
Spähn sie nach, zum holden Angedenken,
Welches blüh' und duft' an deiner Brust.

Ist dies nur der kleinsten Kraft empfänglich,
Die das Herz hinein zu segnen strebt,
O so weiß ich, daß es unvergänglich,
Unvergänglich dir am Busen lebt;

Daß es blühn und duften wird so lange
Als dein süßer Athem drüber weht,
Als noch Leben deiner Rosenwange,
Deiner Purpurlippe Glanz erhöht,

Als dein blaues Auge dieses Blickes
Allgewalt bei Himmelsmilde trägt
Und dein Herz – o welchem Sohn des Glückes?
Hier auf Erden Lieb' und Leben schlägt.

 


 

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