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Friedrich Gottlieb Klopstock: Gedichte - Kapitel 38
Quellenangabe
typepoem
authorFriedrich Gottlieb Klopstock
titleGedichte
created19990327
modified20170523
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Ästhetiker

(1782)

             

Bürdet ihr nicht Satzungen auf dem geweihten
Dichter? erhebt zu Gesetz sie? und dem Künstler
Ward doch selbst kein Gesetz gegeben,
Wie's dem Gerechten nicht ward.

Lernt: Die Natur schrieb in das Herz sein Gesetz ihm!
Thoren, er kent's, und sich selbst streng, ist er Thäter;
Komt zum Gipfel, wo ihr im Antritt,
Gehet ihr einmal, schon sinkt.

Regelt ihr gar lyrischen Flug: o so treft ihr
's Aug' in den Stern dem Gesange der Alzäe,
Treft, je schöner es blickt, je stärker
Ihr's mit der passenden Faust.

Ist auch ein Lied, würdig Apolls, der Achäer
Trümmern entflohn, der Quiriten, ein Melema,
Oder Eidos, nur eins der Chöre
Sophokles, dem ihr nicht treft?

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