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Friedrich Gottlieb Klopstock: Gedichte - Kapitel 31
Quellenangabe
typepoem
authorFriedrich Gottlieb Klopstock
titleGedichte
created19990327
modified20170523
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Ihr Tod

(1780)

                             

Schlaf sanft, du Größte deines Stammes,
Weil du die menschlichste warst!
Die warest du, und das gräbt die ernste Geschichte,
Die Todtenrichterin, in ihre Felsen.

Oft wollt' ich dich singen. Die Laute stand,
Klang von selbst mit innigen Tönen von dir;
Ich ließ sie klingen. Denn wie du
Alles, was nicht edel war, haßtest,

So haß' ich, bis auf ihren
Verlorensten Schein,
Auf das leichteste Wölkchen
Des Räucheraltars, die Schmeicheley.

Jetzt kann ich dich singen. Die Schlangenzunge selbst
Darf nun von jenem Scheine nicht zischen. Denn du bist todt!
Aber ich habe geliebt, und vor Wehmuth
Sinket mir die Hand die Saiten herab.

Doch Ein Laut der Liedersprache,
Ein Flammenwort. Dein Sohn mag forschen strebend,
Ringend, dürstend, weinend vor Ehrbegier:
Ob er dich erreichen könne?

Friederich mag sein graues Haupt
Hinsenken in die Zukunft: Ob von ihm
Erreichung melden werde
Die Felsenschrift der Todtenrichterin?

Schlaf sanft, Theresia. Du schlafen?
Nein! denn du thust jetzo Thaten,
Die noch menschlicher sind,
Belohnet durch sie, in höheren Welten!

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