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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Gedichte - Kapitel 16
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorChristian Hofmann von Hofmannswaldau
year1994
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3150088895
titleGedichte
sendergerd.bouillon@t-online.de
correctorreuters@abc.de
modified20160907
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An Melinden.

ICh rede nur mit steinen.
    Dein stoltzes ohre hört mich nicht /
    Und deiner augen feurig licht
Will mir nur ewig grausam scheinen.
    Kan denn mein nasses thränen-meer
Nicht deines zornes glut abwaschen?
    So siehe / wie ich mich verzehr!
Dein heisser augen-blitz verbrennet mich zu aschen.

Was zwinget dich / Melinde /
    So grausam gegen mir zu seyn?
    Verdopple doch nicht meine pein /
Weil ich ohn dem genug empfinde;
    Du straffest mich ja gar zu sehr.
Verdienet denn ein treues lieben
    Bey dir schon kein erbarmniß mehr;
Wo hast du / schönste / denn die feinde hingeschrieben?

Was wilst du ferner haben?
    Begehrst du noch mein blut zu lohn?
    Denn meine seele hast du schon /
So nimm es; dir will ichs vergraben.
    Wird hierdurch deine lust gestillt /
So will ich mich noch sterbend freuen /
    Und also mach ichs wie du wilt;
Doch wo du menschlich bist / so wird mein tod dich reuen.

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