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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Gedichte - Kapitel 12
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorChristian Hofmann von Hofmannswaldau
year1994
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3150088895
titleGedichte
sendergerd.bouillon@t-online.de
correctorreuters@abc.de
modified20160907
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DU kennst mein treues hertze

DU kennst mein treues hertze /
    Es lieget ja in deiner hand /
Als meiner liebe treues pfand /
    So dich bedient im ernst und schertze.
Kein garten blüht mir ohne dich /
    Du schöne blume meiner sinnen /
Wie solte doch mein auge sich
    Von dir entfernt ergetzen können?

Kein amber will mir schmecken /
    Wann du nicht kanst gefährtin seyn.
Der morgenröthe purpur-schein
    Verkehrt sich mir in trübe decken /
Wenn deiner augen sonnen-pracht
    Die güldnen strahlen mir entziehen /
Und dieses / was dich englisch macht /
    Von meiner seiten denckt zu fliehen.

Ich küsse noch die stunde /
    Da ich den ersten liebes-kuß /
Aus keuscher freundschafft überfluß /
    Genoß aus deinem zucker-munde:
Das reine siegel / so von dir
    Auff meine lippen ward gedrücket /
Hat auch die seele selbst aus mir
    In süsse bande hingerücket.

Doch fürcht ich das gelücke /
    So nicht beständig farbe hält /
Und mir auff tausend wege stellt /
    Braucht gegen mich auch seine tücke;
Mich daucht / daß eine fremde hand
    Um deine rosen sich läst spüren /
Und dich / in einen andern stand
    Aus meinen augen will entführen.

Mir aber muß belieben /
    Was endlich dein belieben heist;
Es scheint / daß mein verstrickter geist
    Nach deinem willen wird getrieben.
Dein wohlseyn pflantzt auch meine lust /
    Ich acht es über alle schätze /
Ich tadle niemahls was du thust /
    Dein willen bleibet mein gesetze.

Denn dir zu widerstreben /
    Wär eine höllen-harte schuld /
Ich dencke nur / daß ungedult
    Uns wenig wieder weiß zu geben;
Mich stell ich dir gehorsam ein /
    Was du begehrst aus mir zu machen /
Doch kanstu auff den rosen seyn /
    So muß ich auff den dornen lachen.

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