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Friedrich Schiller: Gedichte - Kapitel 99
Quellenangabe
typepoem
titleGedichte
authorFriedrich Schiller
year1879
publisherJ. G. Cotta'sche Buchhandlung
addressStuttgart
sendergerd.bouillon@t-online.de
correctorreuters@abc.de
modified20160907
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Sprüche des Confucius.

1.

    Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.

    Keine Ungeduld beflügelt
Ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein Zweifeln zügelt
Ihre Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu', kein Zaubersegen
Kann die Stehende bewegen.

    Möchtest du beglückt und weise
Endigen des Lebens Reise,
Nimm die Zögernde zum Rath,
Nicht zum Werkzeug deiner That.
Wähle nicht die Fliehende zum Freund,
Nicht die Bleibende zum Feind.

2.

Dreifach ist des Raumes Maß:
    Rastlos fort ohn' Unterlaß
    Strebt die Länge: fort ins Weite
    Endlos gießet sich die Breite;
    Grundlos senkt die Tiefe sich.

Dir ein Bild sind sie gegeben:
    Rastlos vorwärts mußt du streben,
    Nie ermüdet stille stehn,
    Willst du die Vollendung sehn;
    Mußt ins Breite dich entfalten,
    Soll sich dir die Welt gestalten;
    In die Tiefe mußt du steigen,
    Soll sich dir das Wesen zeigen.
    Nur Beharrung führt zum Ziel,
    Nur die Fülle führt zur Klarheit,
    Und im Abgrund wohnt die Wahrheit.

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