Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Friedrich Schiller: Gedichte - Kapitel 40
Quellenangabe
typepoem
titleGedichte
authorFriedrich Schiller
year1879
publisherJ. G. Cotta'sche Buchhandlung
addressStuttgart
sendergerd.bouillon@t-online.de
correctorreuters@abc.de
modified20160907
Schließen

Navigation:

Das Geheimniß.

Sie konnte mir kein Wörtchen sagen,
    Zu viele Lauscher waren wach;
Den Blick nur durft' ich schüchtern fragen,
    Und wohl verstand ich, was er sprach.
Leis komm ich her in deine Stille,
    Du schön belaubtes Buchenzelt,
Verbirg in deiner grünen Hülle
    Die Liebenden dem Aug der Welt!

Von ferne mit verworrnem Sausen
    Arbeitet der geschäft'ge Tag,
Und durch der Stimme hohles Brausen
    Erkenn' ich schwerer Hämmer Schlag.
So sauer ringt die kargen Loose
    Der Mensch dem harten Himmel ab;
Doch leicht erworben, aus dem Schooße
    Der Götter fällt das Glück herab.

Daß ja die Menschen es nie hören,
    Wie treue Lieb' uns still beglückt!
Sie können nur die Freude stören,
    Weil Freude nie sie selbst entzückt.
Die Welt wird nie das Glück erlauben,
    Als Beute wird es nur gehascht;
Entwenden mußt du's oder rauben,
    Eh dich die Mißgunst überrascht.

Leis auf den Zehen kommt's geschlichen,
    Die Stille liebt es und die Nacht;
Mit schnellen Füßen ist' entwichen,
    Wo des Verräthers Auge wacht.
O schlinge dich, du sanfte Quelle,
    Ein breiter Strom um uns herum,
Und drohend mit empörter Welle
    Vertheidige dies Heiligthum!

 << Kapitel 39  Kapitel 41 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.