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Friedrich Schiller: Gedichte - Kapitel 29
Quellenangabe
typepoem
titleGedichte
authorFriedrich Schiller
year1879
publisherJ. G. Cotta'sche Buchhandlung
addressStuttgart
sendergerd.bouillon@t-online.de
correctorreuters@abc.de
modified20160907
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Der Kampf.

Nein, länger werd' ich diesen Kampf nicht kämpfen,
    Den Riesenkampf der Pflicht.
Kannst du des Herzens Flammentrieb nicht dämpfen,
    So fordre, Tugend, dieses Opfer nicht.

Geschworen hab' ich's, ja, ich hab's geschworen,
    Mich selbst zu bändigen.
Hier ist dein Kranz, er sei auf ewig mir verloren!
    Nimm ihn zurück und laß mich sündigen.

Zerrissen sei, was wir bedungen haben!
    Sie liebt mich – deine Krone sei verscherzt!
Glückselig, wer, in Wonnetrunkenheit begraben,
    So leicht, wie ich, den tiefen Fall verschmerzt.

Sie sieht den Wurm an meiner Jugend Blume nagen
    Und meinen Lenz entflohn,
Bewundert still mein heldenmüthiges Entsagen,
    Und großmuthsvoll beschließt sie meinen Lohn.

Mißtraue, schöne Seele, dieser Engelgüte!
    Dein Mitleid waffnet zum Verbrechen mich.
Gibt's in des Lebens unermeßlichem Gebiete,
    Gibt's einen andern, schönern Lohn als dich?

Als das Verbrechen, das ich ewig fliehen wollte?
    Tyrannisches Geschick!
Der einz'ge Lohn, der meine Tugend krönen sollte,
    Ist meiner Tugend letzter Augenblick!

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