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Friedrich Schiller: Gedichte - Kapitel 19
Quellenangabe
typepoem
titleGedichte
authorFriedrich Schiller
year1879
publisherJ. G. Cotta'sche Buchhandlung
addressStuttgart
sendergerd.bouillon@t-online.de
correctorreuters@abc.de
modified20160907
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Die Blumen.

Kinder der verjüngten Sonne,
    Blumen der geschmückten Flur,
Euch erzog zu Lust und Wonne,
    Ja, euch liebte die Natur.
Schön das Kleid mit Licht gesticket,
Schön hat Flora euch geschmücket
    Mit der Farben Götterpracht.
Holde Frühlingskinder, klaget!
Seele hat sie euch versaget,
    Und ihr selber wohnt in Nacht.

Nachtigall und Lerche singen
    Euch der Liebe selig Loos,
Gaukelnde Sylphiden schwingen
    Buhlend sich auf eurem Schooß.
Wölbte eures Kelches Krone
Nicht die Tochter der Dione
    Schwellend zu der Liebe Pfühl?
Zarte Frühlingskinder, weinet!
Liebe hat sie euch verneinet,
    Euch das selige Gefühl.

Aber hat aus Nannys Blicken
    Mich der Mutter Spruch verbannt,
Wenn euch meine Hände pflücken
    Ihr zum zarten Liebespfand,
Leben, Sprache, Seelen, Herzen,
Stumme Boten süßer Schmerzen,
    Goß euch dies Berühren ein,
Und der mächtigste der Götter
Schließt in eure stillen Blätter
    Seine hohe Gottheit ein.

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