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Friedrich Schiller: Gedichte - Kapitel 147
Quellenangabe
typepoem
titleGedichte
authorFriedrich Schiller
year1879
publisherJ. G. Cotta'sche Buchhandlung
addressStuttgart
sendergerd.bouillon@t-online.de
correctorreuters@abc.de
modified20160907
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Dem Erbprinzen von Weimar, als er nach Paris reiste.

In einem freundschaftlichen Zirkel gesungen.

So bringet denn die letzte volle Schale
    Dem lieben Wandrer dar,
Der Abschied nimmt von diesem stillen Thale,
    Das seine Wiege war.

Er reißt sich aus den väterlichen Hallen,
    Aus lieben Armen los,
Nach jener stolzen Bürgerstadt zu wallen,
    Vom Raub der Länder groß.

Die Zwietracht flieht, die Donnerstürme schweigen,
    Gefesselt ist der Krieg,
Und in den Krater darf man niedersteigen,
    Aus dem die Lava stieg.

Dich führe durch das wild bewegte Leben
    Ein gnädiges Geschick!
Ein reines Herz hat dir Natur gegeben,
    O bring es rein zurück!

Die Länder wirst du sehen, die das wilde
    Gespann des Kriegs zertrat;
Doch lächelnd grüßt der Friede die Gefilde
    Und streut die goldne Saat.

Den alten Vater Rhein wirst du begrüßen,
    Der deines großen Ahns
Gedenken wird, so lang sein Strom wird fließen
    Ins Bett des Oceans.

Dort huldige des Helden großen Manen
    Und opfere dem Rhein,
Dem alten Grenzenhüter der Germanen,
    Von seinem eignen Wein.

Daß dich der vaterländ'sche Geist begleite,
    Wenn dich das schwanke Brett
Hinüberträgt auf jene linke Seite,
    Wo deutsche Treu vergeht.

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