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Friedrich Schiller: Gedichte - Kapitel 133
Quellenangabe
typepoem
titleGedichte
authorFriedrich Schiller
year1879
publisherJ. G. Cotta'sche Buchhandlung
addressStuttgart
sendergerd.bouillon@t-online.de
correctorreuters@abc.de
modified20160907
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Jeremiade.

Alles in Deutschland hat sich in Prosa und Versen verschlimmert,
    Ach, und hinter uns liegt weit schon die goldene Zeit!
Philosophen verderben die Sprache, Poeten die Logik,
    Und mit dem Menschenverstand kommt man durchs Leben nicht mehr.
Aus der Ästhetik, wohin sie gehört, verjagt man die Tugend,
    Jagt sie, den lästigen Gast, in die Politik hinein.
Wohin wenden wir uns? Sind wir natürlich, so sind wir
    Platt; und genieren wir uns, nennt man es abgeschmackt gar.
Schöne Naivetät der Stubenmädchen zu Leipzig,
    Komm doch wieder, o komm, witzige Einfalt, zurück!
Komm, Komödie, wieder, du ehrbare Wochenvisite,
    Siegmund, du süßer Amant, Mascarill, spaßhafter Knecht!
Trauerspiele voll Salz, voll epigrammatischer Nadeln,
    Und du, Menuetschritt unsers geborgten Kothurns!
Philosoph'scher Roman, du Gliedermann, der so geduldig
    Still hält, wenn die Natur gegen den Schneider sich wehrt.
Alte Prosa, komm wieder, die Alles so ehrlich heraussagt,
    Was sie denkt und gedacht, auch, was der Leser sich denkt.
Alles in Deutschland hat sich in Prosa und Versen verschlimmert,
    Ach, und hinter uns liegt weit schon die goldene Zeit!

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