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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 97
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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Schnada-Hüpfel.

                        Es Deandl is sauber und is aa net schwar:
I hab's amal g'wogen wia 's barfuasset war.

    Es Deandl will tanzen lern', will's halt versuachen,
Fasnacht, da geht's am Ball, barfuaß in Schuachen.

    Es Deandl is apfelfrisch, es Deandl is g'sund,
Kannst's n' Berg abi walgeln, 's is ganz kugelrund.

    Es Deandl is rundlecht und leicht zum Verschnupfen
Es is leicht zum Verzürne und leicht zum Derlupfen.

    Es Deandl hat kurze Füaß und an schön' Gang,
Schöne Har, viele Har, aber net lang.

    Weil i net kemma bin, schimpft's mi an Stroach,
Wart nur, i kimm ihr scho, klopf's windelwoach.

    Grad wia' ra Christkindel söttene Aug'n
Und a söttana Hauptschankl: da muaßt grad so schaug'n!

    Hab' ihr zwoa Busserln gebn, sie hat net geschrien:
Sie hätt m'r des dritte wohl aa no verziehn.

    Es Deandl am Backerl hat an braun Fleck:
Gar koa Roß is so schö' als wie a Scheck.

    Hab' ihr a Busserl geb'n auf den seln Fleck,
Find i's auf Ostern no, oder is's weg?

    Es Deandl is weiß und roth, hat braune Har',
Und bal's schwarzauget aa no waar, nach'r war's gar'.

    Es Deandl schreibt gschmach, ihr Schrift is schö kraus,
Und reden bal's aa no kunnt, nacha waar's aus.

    Daß Du net sauber bist – söll sag i net:
Aber balst saubrer warst, – schaden kunnt's net.

    Du schwarzaugets Deandl mit die nußbraune Har,
Bal'st mi no amal so anschaugst, na wer i a Nar.

    Daß es Busseln an Bart macht, sagt d'Muater – 's is net wahr,
Sonst hätt i langmächti scho 's G'sicht voller Har.

    Der Pfara auf der Kanzel hat's dreimal verkündt:
Nur a wüascht's Deandl busseln, grad dös is a Sünd.

    Der Herr Pfara hat gesagt: i sollt Oansiedel wern,
Und i war so lang scho a Zwoasiedel gern.

    Der Pfarer hat m'r geschrieben a Briaferl gar schön:
I sollt' zu mein Deandl gar nia nimmer gehn:

    I pfeiff auf dös Briaferl, i schaug's gar net an,
Und i lauf zu mein Deandl so g'schwind als i kan.

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