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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 96
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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Schnada-Hüpfel zum Deutschen Schützenfest in München.

                Vom Pregel an d' Isar
    A Schnada-Hüpfei! –
Is no gar nie oans g'flogen: –
    Jetzt fliagt oans ge glei!

Vom Pregel an d' Isar
    Is sakerisch weit:
Aber d' Lieb hat die Scheiben
    No gar nie net g'feit.

Bei enk rauschen d' Latschen,
    Bei uns rauscht die See:
Enk bringt der Lanks Bleameln,
    Aber uns bringt er – Schnee!

Bei enk rauschen d' Latschen,
    Bei uns rauscht 'es Meer!
Und Ees trinkt's net weni: –
    Aber hier trinken's mehr! –

Bei enk schiaßt ma Gamseln,
    Bei uns Elch' und Wölf':
Und bis ihr sechs Maß trinkt, –
Da trinken's hier zwölf! –

Glaubt's nur nie koan Preißen,
    Daß er weniger trinkt:
Unser oans muaß si' fleißen,
    Daß er dee nieder zwingt.

Mir trag'n bis Johanni
    An Bärenpelzrock,
Und der Mai-Trank am Pregel
    Is a siedhoaßer Grog! –

Hier lob' i meine Baiern
    Und spöttel 'en Preiß:
Bal i hoam kimm an d' Isar, –
    Mach' i's umkehrt mit Fleiß!

»Zur Versöhnung der Stämme!«
    Hoaßt ma dös in der Schrift:
Mit dem sölln mach' i's allzwoa
    Auf mi selber voll Gift!

Mit dem Schimpfen und Loben
    Auf Baiern und Preiß'n: –
Auf d' Letzt wern's mi allzwoa
    No außi schmeiß'n!

Es macht nix! Es schad't nix!
    Jetzt sam mer beisamm:
Und 'en bessern Bruader
    Kan koaner net hamm.

Und halt'n mer fest zamma
    Mit Sabel und Bix:
Na thuat uns koa Teifi
    Und koa Ruß thuat uns nix!

Und die Östreichler drüb'n
    Und die drent im Tiroll, –
Die g'hören no dazua:
    Na geht's schon: »woll, woll!«

Aber besser is 's allmal
    Als di blutige Pirsch
Wettschiaß'n schö friedli
    Auf Stand'scheib'n und Hirsch.

Und i wünsch' enk – nach'm Schiaß'n! –
    Guats Bier – gut'n Hamor:
Durst brauch' i net z' wünschen –
    Den habt's schon ehvor! –

Und i wünsch' alle Deutsch'n,
    Was da Schütz haben muaß:
Feste Hand, scharfe Aug'n
    Und 'en standhaften Fuaß.

So! fliagt's jetz'! ihr G'sangeln,
    Ueber Wasser und Land
Und grüaßt's mar in Münka
    Die Leut' all' beinand!

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