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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 94
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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Zur Hochzeit einer Münchener Schauspielerin mit einem Professor der Mathematik in Königsberg.

Personen: Ein alter Bauer und sein Weib.Dargestellt von Fräulein Schönchen und Herrn Neuert.

              Sie:   Geh, Hiesei, trau' Di do net eini
(zögernd an der Thüre, ihn festhaltend)
Do san ja Stadtleut, gar viel feini.
Do sitzt's in saubern Gwand, die Liesei,
Am End' is stolz worn: – geh mer, Hiesei.
Er: A na, de is net stolz worn! Is allweil
Recht gmoan gwest. – Auf mein Theil
Nimm i's. Geh eini! Trau der nur:
Sie is a guate Dingin von Natur.
(Er tritt vor, sie folgt)
Ja grüaß Gott halt, alle bei enand.
Mir kema weit her: von Oberland.
Sie: Vom Berg und See und von der hohen Firn.
Er: Mir ham halt ghört, daß unsre gschmache Dirn –
Sie: Thuat Hochzeit halten da heroben in Preißen.
Er: Gar mit an Herrn Professor, so hat's gheißen.
Sie: Mit gar an braven Herrn: – gwiß is wahr.
Er: En schönen, großen, mit en Kopf voll Har!Dieses war aber sagenhaft.
Sie: An Schulmeister, der das Rechne gar gut kennt.
Er: Er zählt scho lang die Stern am Firmament.
Sie: Er bringt's net raus! Jetzt zählt er scho sein Har.
Er: Da hat er eher Feierabend: – s'is wahr!
Sie: Und weil'st halt gar so brav, so brav bist gwesen –
Er: Net, wie oft Andre san, so leichte Besen, –
Sie: Die Buabn, de san der weiter net nach gloffen!
Er: Es hat die koaner do in's Herzel troffen
Sie: Die Gigerln, gwachsen wie die Pfeifenrehrl,
Er: Ha, ausglacht hat's es frei, die dummen Kerl!
Sie: Und weil'st halt gar so schö gsungen hast, –
Er: Grad wie die Vogl Resi, beinah fast!
Sie: Und weil'st mit uns gwesen bist so viel guat, –
Er: Du guate Haut, du Gsicht wie Milch und Bluat!
Sie: So ham mir uns halt aufgmacht auf die Roas.
Er: Du, dös is weit, bal oans an Weg net woas!
Sie: Und san do her groaßt in das Kenigsberg!
Er: Wo is er denn? I sich ja gar koan Berg!
Sie: Und wollen halt nachschaug'n, wie's der denn da geht.
Er: Dein Bua is gar net übi, der da steht.
Sie: Und uns g'falln a die Leut'. – Woaßt, dessent zweg'n:
Er: Mir g'fallen halt a die Leutln herentgeg'n!
Sie: Sie schlag'n in d' Händ' und patschen, bals uns seg'n
Er: Und schrein uns allweil raus und schmeißen Kranzel,
Sie: Und kenne net gnua krieg'n von Schuhplatteltanzel!
Er: Kurz um, die Preißen –, muaß sellm frei lob'n:
Sie: Die Leut' san gar net so dumm da herob'n.
Er: So winsch mer Euch halt in Eurer Eh' –
Sie: (rasch) Dös brauchst ene net sag'n – dös wissens eh.
Er: Aber alleweil kannst do net da herobn leb'n.
Sie: Es is wohl schö, aber gar so viel eb'n
Er: Kimm wied'r a mal zu uns nach Tegernsee:
Sie: Na sam mer so lusti wieder wie eh.
Er: Und wenn er a scho mehr seid als zwoa – 's is glei.
Sie: A guate Milli ham mer allwei.
Er: So jetzt guate Nacht: – pfuat Gott bei enand:
Sie: Jetzt roas'n mer wieder in's Boarenland. (Beide ab.)
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