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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 58
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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III.
Das Weibchen.

                  In meiner Vogelstube lern' ich viel.
Zwei Finkenhähne, tapfer, emsig, kühn,
Bekämpften sich auf Tod und Leben um
Ein Finkenweibchen; das saß sittsam da,
Abwartend, wer der Sieger werden werde.
»Sehr wohl,« philosophirte ich: »Was soll sie
Auch Andres thun? Das ist der Kampf um's Dasein.
So that auch jene Helena, als sich
Herr Paris um sie stritten und der Gatte:
Die Schönheit ist des Stärkern Preise – Doch ach!
Die beiden Finken hatten sich getödtet.
Zerhackten Hauptes fielen beide sie.
Da kroch hervor aus seiner sichern Ecke
Ein Bastard von Canarien und Zeisig,
Feig, häßlich, aber üppig und gesund:
Der zwitscherte die schöne Finkin an;
Und sieh: flugs über beide todte Helden,
Zum neuen Werber flatterte das Weibchen:
Schon schnäbeln sie! »Die Arge liebt das Neue.«

Und diese da trägt nicht einmal Tournüre!

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