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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 311
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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Zur Hochzeit eines Tonsetzers.

Wohl einem großen Tonwerk gleicht das Leben,
    Darin die Töne suchen sich und flieh'n:
Und welche sich zuletzt zum Einklang weben, –
    Lang' wird sich das dem Lauschenden entziehn:
Bis endlich jene zu einander schweben,
    Die vorbestimmt zu sel'gen Harmonien!
So ward, getrennt durch Berg und Thal, dies Par
    Zusammen doch geleitet wunderbar.

Was sie vereint hat, war die Macht der Töne.
    Ein gutes Zeichen liegt in diesem Wort:
Verbunden sind sie durch das ewig Schöne
    Zu innig unauflöslichem Accord.
Die Muse selbst, die göttliche Kamöne,
    Bleibt Weiherin des Hauses fort und fort
Und in dem Wohlklang gleich gestimmter Seelen
    Wird mit der Kraft das Zarte sich vermählen!

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