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Gedichte

Felix Dahn: Gedichte - Kapitel 288
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorFelix (und Therese) Dahn
year1892
publisherBreitkopf & Haertel
addressLeipzig
titleGedichte
pagesIII-XII
created20050922
sendergerd.bouillon
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Von einem Kauz.

»Viel Vögel sind, die hassen mich:
    Ich bin ein Kauz und acht' es nicht.«

*

    Ein Rabe ruft vom Bergesrand
    Hoch aus der Esche Gabel,
Er hält die Schwingen fluggespannt
    Und wetzt sich seinen Schnabel:

»Was hausest du im holen Stein?
    Der Weltlust abgekehret?
Sag an, du braunes Waldkäuzlein,
    Wer hat dich das gelehret?«

Der Kauz schlägt mit den Schwingen
    Und drückt das Auge zu:
»Forsch' Du nach weisen Dingen
    Und laß mich hier in Ruh.«

Der Rabe flog von dannen,
    Das Käuzlein rüttelte sich:
»Nun sagt mir's, Waldnacht-Tannen!
    Denn wissen möcht's auch ich.«

*

        Die Nachtigall in Rosen sang.
    Sie sang mit süßem Locken,
Und wie sie sich zu Walde schwang,
    Sah sie das Käuzlein hocken.

Da ließ sie lauter als zuvor
    Ihr jauchzend Schmettern schallen:
»Flieg aus! griesgrämig, scheuer Thor!
    Laß Dir die Welt gefallen!« –

Und schoß dahin, und hinter ihr
    Haucht's wie aus Wunderblüthen. –
Und schmollend durch das Flöten ihr
    Scholl nach des Kauzes Wüthen.

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